Nach Affenbiss Zoo-Chef verliert Finger


Schimpanse Pedro hat dem Berliner Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz den rechten Zeigefinger abgebissen. Zwar nähten Chirurgen das Gliedmaß wieder an, doch am Ende musste der Finger doch amputiert werden. Tierschützer fordern derweil Blaszkiewitz' Rücktritt.

Nach einem Affenbiss hat der Berliner Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz seinen rechten Zeigefinger verloren. Nachdem die Ärzte den Finger zunächst wieder angenäht hatten, entschieden sie sich am Dienstag doch noch zu einer Amputation.

"Die rasche Ausbreitung der Infektion stellt eine Bedrohung für den gesamten Organismus dar", teilte das Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn am Abend mit. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit dem Patienten getroffen worden. Der 55-Jährige habe "außerordentlich gefasst" reagiert.

Der Unfall hatte sich am Montag ereignet, als Blaszkiewitz versuchte, bei einem Rundgang das Schimpansen-Männchen "Pedro" durch die Gitterstäbe mit Walnüssen zu füttern. Die Chance, einen Finger wieder anzubringen, liege nur bei zehn bis 20 Prozent, erklärte der Chefarzt der Abteilung Hand- und Mikrochirurgie am Unfallkrankenhaus, Andreas Eisenschenk. Auch wenn die Operation gelinge, bestehe immer die Gefahr einer Infektion durch tierische Keime. Blaszkiewitz wurde mit Antibiotika behandelt. Er befindet sich nicht in Lebensgefahr.

Die Tierrechtsorganisation Peta erklärte, der Direktor von Zoo und Tierpark habe den Unfall "durch eine Handfütterung ohne Vorsichtsmaßnahmen" selbst verschuldet. Peta nte Blaszkiewitz eine Gefahr für beide Berliner Zoos. Seit seinem Amtsantritt 1991 sei es zu einer Häufung von Unfällen gekommen. "Wer als Zoodirektor jegliche Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Wildtieren ignoriert, ist ein absolut falsches Vorbild", meinte Kampagnenleiter Frank Albrecht.

Auch war es Blaszkiewitz gewesen, der den inzwischen verstorbenen Tierpfleger Thomas Dörflein gerügt hatte, weil er seinen "Ziehsohn" - den Eisbären Knut - weiterhin öffentlich geknuddelt hatte

Inzwischen verschoben die "Freunde Hauptstadtzoos" die für Mittwoch geplante Auftaktveranstaltung zum Jubiläum "165 Jahre Zoo Berlin". Vorsitzender Thomas Ziolko erklärte: Blaszkiewitz hat sicherlich am gestrigen Tag unvorsichtig gehandelt, dennoch ist er sich den Gefahren und der Verantwortung im Umgang mit Tieren bewusst." Die Rücktrittsforderung wies Ziolko zurück. "Was wir nicht brauchen, ist ein Direktor, der vom Schreibtisch aus den ältesten Zoo Deutschlands und den größten Landschaftstierpark in Europa leitet und fernab von den Tieren entscheidet.

DPA DPA

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