Nürnberger Zoo Eisbärbaby legt Server lahm


Soll sie Knutschie, Flocke oder Snowwhite heißen? Das Interesse an dem Namen des kleinen Eisbärbabys aus dem Nürnberger Zoo ist riesig. Die zahllosen Zugriffe auf die Internet-Seite war die Technik nicht gewachsen.

"Ein 2.000-Gramm-Bärchen zwingt Server in die Knie", meldet die Stadt Nürnberg. Der Aufruf, Namensvorschläge für das Eisbärbaby im Zoo einzureichen, löste einen derartigen Ansturm aus, dass tiergarten.nuernberg.de überlastet und am Freitag zwischen 17.30 und 22.00 Uhr nicht erreichbar war.

Aber unter der Sonderwebsite der Stadt Nürnberg eisbaer.nuernberg. de seien die ganze Nacht hindurch ohne Unterbrechung Namensvorschläge für das Eisbärmädchen eingegangen, allein zwischen Mitternacht und Samstagmorgen, 08.30 Uhr, über 400. Insgesamt gingen seit Freitag, 13.30 Uhr, mehr als 8.000 Vorschläge ein, wie die Stadt Nürnberg mitteilte. Als Beispiele nannte sie Franka, Lina oder Käthe, aber auch so ungewöhnliche Namen wie Nibs, Snowwhite, Aichà und Yuki Chan. Die Zoomitarbeiter nennen das Eisbärbaby bisher unter anderem "Flocke".

Egal, wie es heißen wird - dem Eisbärbaby im Nürnberger Tiergarten geht es weiterhin sehr gut. Die vergangene Nacht sei "entspannt und ruhig" verlaufen, berichtete Tierarzt Bernhard Neurohr am Samstag. Das Weibchen sei nur einmal aufgewacht, um zu trinken, ansonsten habe es durchgeschlafen. "Die Entwicklung geht nach oben", sagte Neurohr.

Körperkontakt ist wichtig

Das Team der Tierpfleger wurde auf vier Mitarbeiter - zwei Frauen und zwei Männer - aufgestockt. Sie versorgen das Eisbärenbaby, das am Dienstag von seiner Mutter Vera getrennt worden war und seitdem mit der Flasche aufgezogen wird, rund um die Uhr. "Es entwickelt sich gut, alles ist o.k.", sagte Tierpfleger Harald Hager. "Es macht den ganzen Tag nichts weiter als trinken, schlafen und wachsen."

Sehr wichtig sei der Körperkontakt, sagte Hager. "Vor und nach der Fütterung massieren wir der Kleinen den Bauch. Das ist wichtig für die Verdauung und fördert die Durchblutung." Das Gewicht der kleinen Bärin ist mittlerweile auf 2270 Gramm geklettert. Dies sei optimal, sagte Tierarzt Neurohr. Aber es könne auch wieder zu Rückschlägen kommen. Medikamente zur Behandlung möglicher Infektionen lägen bereit. Die Überlebenschancen kleiner Eisbären betragen laut Neurohr generell nur etwa 50 Prozent. "Durch die Aufnahme der Muttermilch in den ersten vier Wochen hat unser Junges einen Vorteil. Wir sehen die Situation etwas entspannter, aber bleiben aufmerksam."

Zoo arbeitet an Umweltkonzept

Deswegen soll das Baby auch erst einen Namen bekommen, wenn es über den Berg ist. Tiergartenchef Dag Encke sagte, es sei nicht selbstverständlich, dass es dem Jungtier so gut gehe. "Wir haben im Zoo schon viele Fälle gehabt, wo wir optimistisch waren und dann enttäuscht wurden. Deshalb sind wir dem Namen oder mit Patenschaften zurückhaltend."

Nach Enckes Angaben arbeitet der Zoo derzeit an einem Konzept, wie das große Interesse an dem Eisbärenweibchen genutzt werden kann. Man wolle über die Gefährdung der Eisbären in der freien Wildbahn aufklären. "Es gibt eine direkte Auswirkung des Klimawandels auf diese Population. Unser kleiner Eisbär könnte ein Kommunikator zur Vermittlung dieser Problematik sein."

Dennoch könne es auch zu Rückschlägen kommen. Die Überlebensrate bei Eisbären in Handaufzucht sei generell nicht sehr hoch. Das bald fünf Wochen alte Baby war am Dienstag von Mutter Vera getrennt worden und wird nun mit der Flasche aufgezogen. Vier Tierpfleger betreuen es rund um die Uhr.

DPA DPA

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