Die Krankmacher
Es sei besser, so heißt es, Tauben nicht zu nahe zu kommen. Sie gelten als Krankmacher und werden daher auch als „Ratten der Lüfte“ beschimpft. Dabei zeigen Untersuchungen, dass von Tauben keine größere Gesundheitsgefahr ausgeht als von anderen Tieren. So gibt auch das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin an, dass Stadttauben nicht gefährlicher seien als „Nutz- und Liebhabertiere wie Katzen, Hunde und Ziervögel“. Zwar können Tauben andere mit Krankheiten anstecken, in den allermeisten Fällen sind das aber Artgenossen. Zur Einordnung: Bei Tauben wurden rund 40 Bakterien nachgewiesen, die potenziell bei Menschen Krankheiten verursachen können. Aber nur für drei dieser Erreger konnten Infektionen nachgewiesen werden – dazu gehören Salmonellen und Chlamydien. In einem Interview erklärte Eva-Maria Servatius vom Verein Stadttauben Bochum, dass das Berühren einer Stadttaube ungefährlicher sei, als das Greifen nach einer Türklinke. Ein Tierarzt habe ihr einmal gesagt: „Man müsste die Taube schon essen, wenn sie bereits drei Wochen in der Sonne lag. Dann könnte sie, wie jedes Geflügel, Salmonellen übertragen.“
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