Raumfahrt ISS-Rückkehrer verfehlen Landeplatz um Hunderte Kilometer


Die abgelöste Besatzung der internationalen Raumstation ISS ist an Bord einer russischen "Sojus"-Kapsel zur Erde zurückgekehrt, hat ihren Landeplatz aber um Hunderte von Kilometern verfehlt.

Mit einer unsanften Landung fernab vom Zielgebiet sind die drei Astronauten der Internationalen Raumstation ISS am Sonntag auf die Erde zurückgekehrt. Die US-Raumfahrer Ken Bowersox und Don Pettit und ihr russischer Kollege Nikolai Budarin konnten in der kasachischen Steppe selbst aus ihrer Sojus-Kapsel klettern und winkten einem Suchflugzeug zu, das sie etwa zwei Stunden nach dem Aufsetzen entdeckte. Das teilte die russische Flugleitzentrale in Koroljow bei Moskau mit.

Die Raumfahrtbehörden der USA und Russlands hatten die Landung mit besonderer Nervosität erwartet, weil es die erste Rückkehr von Menschen aus dem All seit dem Absturz der Raumfähre "Columbia" am 1. Februar war. Kommandant Bowersox und der Wissenschaftler Pettit landeten als erste US-Astronauten mit einer russischen Sojus. Ärzte sagten nach ersten Untersuchungen noch an der Landestelle, es gebe keinen Grund zur Beunruhigung, meldete die Agentur Itar-Tass.

"Nur nicht dramatisieren"

Die Kapsel Sojus TMA-1 setzte plangemäß um 4.07 Uhr MESZ auf - allerdings etwa 440 Kilometer südwestlich des Zielpunktes. Die Flugbahn verlief steiler als geplant mit einer entsprechend harten Landung. "Man muss die Sache nicht dramatisieren", sagte der Chef der russischen Weltraumbehörde Rosawiakosmos, Juri Koptew. Die Sojus sei auch auf eine harte Landung ausgelegt. Russische Experten schätzten, dass die Raumfahrer bei der unsanften Landung das Neunfache der Erdanziehung ertragen mussten.

Nicht gegen Zufälle gefeit

NASA-Chef Sean O’Keefe dankte in Koroljow den russischen Kollegen für die geglückte Heimkehr der sechsten ISS-Mission. Vor dem Absturz der "Columbia" hätten viele Menschen Raumflüge für Routine gehalten, sagte er. "Die heutige Landung hat erneut gezeigt, dass die Raumfahrt eine schwierige, riskante Sache ist, bei der niemand gegen Zufälle gefeit ist", sagte er nach Angaben von Itar-Tass.

Die drei Raumfahrer hatten 161 Tage im All auf der ISS verbracht. Sie sollten noch am Sonntag zurück nach Moskau geflogen werden. Ihre Nachfolger auf der Internationalen Raumstation sind der Russe Juri Malentschenko und der Amerikaner Edward Lu.

DPA

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