Stürme Orkane, Tornados und Hurrikane


Wenn riesige Luftmassen außer Kontrolle geraten, entstehen die Stürme. Während bei uns in Europa in unregelmäßigen Abständen wuchtige Orkane auftauchen, entstehen Wirbelstürme in den Tropen regelmäßig: 10 bis 20 Hurrikane suchen die Karibik jährlich heim.

Stürme

Als Sturm bezeichnet man in der Meteorologie einen starken Wind. Winde entstehen durch horizontale Unterschiede des atmosphärischen Drucks, die wiederum von unterschiedlichen Temperaturen hervorgerufen werden.

Die Stärke eines Windes bzw. Sturmes wird nach der Beaufort-Skala (nach dem britischen Admiral Sir Francis Beaufort) gemessen. Die Beaufort-Skala reicht von 0 bis 12. Als Sturm zählen Windstärken zwischen 9 und 11 (Geschwindigkeit: 80 bis 110 Kilometer pro Stunde).

Die Auswirkungen von Stürmen unterscheiden sich über Land und Wasser. Die Bremswirkung des Erdbodens wirkt sich hierbei auf die Bewegung des Sturmes aus.

Orkane

Kalte und warme Luftmassen prallen meist über dem Atlantik aufeinander und setzen besonders viel Energie frei. Diese Energie wirbelt dann als Orkan über See und Land. Da Kaltfronten schneller ziehen als Warmfronten, kommt es meist an der Luftmassengrenze zu einer so genannten Okklusion. Die verschieden temperierten Fronten "mischen sich dabei auf". Kräftige Niederschläge sind die Folge.

Orkane entstehen vor allem im Herbst und Winter wegen der extremen Temperaturgegensätze zwischen Norden und Süden. Über dem Polargebiet herrschen Minusgrade, aus dem Süden zieht dagegen warme Luft heran.

Tornados, Windhosen und Tromben

Tornados sind Wirbelstürme. Sie entstehen bei großen Temperaturunterschieden und treten in Mitteleuropa häufig zusammen mit Gewittern auf. Man stuft Tornados nach ihrer Stärke ein.

Starke bzw. gar verheerende Tornados sind in Deutschland relativ selten, nur zwei bis drei pro Sommer werden beobachtet. Sie werden durch den Zusammenprall kalter und warmer Luftmassen ausgelöst.

Schwache Tornados entstehen, wenn aus einer Gewitterwolke ein rüsselartiger Wolkenschlauch in Bodennähe herabgreift. Dessen drehende Windbewegung erzeugt eine Trombe mit einem Durchmesser von 20 bis 400 Metern, in deren Innerem der Druck stark abnimmt. Schwache Tornados können im Extremfall mehrere hundert Stundenkilometer schnell sein, bringen es in der Regel aber auf rund 120 Stundenkilometer in den Böen.

Das Phänomen kann von einer Minute bis zu mehreren Stunden dauern und kleine Gegenstände in größere Höhen emportragen. Plötzlich auftretende Mini-Tornados haben in der Vergangenheit schon Menschenleben gefordert und mehrfach Schäden in Millionenhöhe angerichtet.

Starke und verheerende Tornados kommen relativ häufig vor allem im US-amerikanischen Raum vor. Sie verfügen trotz ihres relativ kleinen Umfangs über die stärkste Energie aller Wirbelstürme. Die Windgeschwindigkeit im Schlauch kann in Extremfällen bis zu 500 Stundenkilometer betragen und schwerste Verwüstungen anrichten. Ein Tornado ist im Stande, sogar schwere Gegenstände, Menschen und Tiere mit sich zu reißen und sie kilometerweit fortzutragen.

Ein Tornado kann nur unter bestimmten Konstellationen entstehen. Wichtige "Zutaten" sind: große Wolken, Gewitter und unterschiedliche Windrichtungen in unterschiedlichen Höhen - sprich eine Windscherung. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und als Rüssel sichtbar wird.

Hurrikane, Taifune, Zyklone

Tropische Wirbelstürme tragen je nach Region unterschiedliche Namen. Im pazifischen Raum wird ein solcher Sturm Taifun, im karibischen Raum Hurrikan genannt, in Indien Zyklon. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie entstehen über dem Meer, wenn das Oberflächenwasser eine Temperatur von mindestens 26 Grad Celsius hat und stark verdunstet.

Die Hurrikan-Saison dauert im amerikanischen Pazifik von 15. Mai bis 30. November, im Atlantik von 1. Juni bis 30. November. Die Karibik wird pro Jahr von 10 bis 20 solcher Stürme heimgesucht. Die Wirbelstürme eines Jahres werden mit englischen Vornamen in alphabetischer Reihenfolge benannt.

Ein Hurrikan kann einen Durchmesser von einigen hundert Kilometern haben. Typisches Kennzeichen ist das "Auge", eine windstille und wolkenarme Zone von 20 Kilometern Durchmesser im Wirbelzentrum. In den umgebenden Wolkenwänden erreicht der Sturm Geschwindigkeiten bis zu 300 Kilometern pro Stunde. Die Luftmassen rotieren auf der Nordhalbkugel entgegen dem Uhrzeigersinn um das Auge des Sturms. Auf der Südhalbkugel dreht er sich im Uhrzeigersinn. Über Land verliert ein Hurrikan - ohne neue feuchtwarme Luftmassen - schnell an Kraft. Der Luftdruck im Inneren des Wirbels, das wolkenlos und still ist, fällt bisweilen bis unter 900 Millibar. Über Land verliert ein Wirbelsturm schnell an Kraft, weil der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen ausbleibt.

Entstehung

Feuchtwarme Luft z.B. über dem Golf von Mexiko driftet in Richtung Festland. Zeitgleich strömen kalte Fallwinde in entgegengesetzte Richtung. Diese Kaltluft legt sich über die Warmluft. Die nach oben drängende Warmluft bildet sogenannte enge Aufwindschlote, in denen Dampf kondensiert und eine Gewitterwolke ausbildet. Seitenwinde versetzen die aufsteigende Luft in Rotation, es entsteht der charakteristische Wirbel. Durch den im Wirbel herrschenden Unterdruck wird Material vom Boden angesaugt und färbt ihn dunkel.

Experten haben meist erfolglos versucht, Wirbelstürme zum Beispiel durch den Abwurf von Trockeneis künstlich zu schwächen. Fortschritte gab es bei der Vorhersage und Warnung, denn der Weg eines Hurrikans kann relativ gut berechnet werden.


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