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Erderwärmung: Die globale Katastrophe kommt

Die Temperatur steigt, der Meeresspiegel auch. Nie waren mehr Treibhausgase in der Atmosphäre als heute. Und immer noch bleibt das nötige Handeln aus. Der neue Klimabericht ist da.

Das ausgetrocknete Flussbett des Pos in Norditalien im Jahr 2007: Die Erderwärmung sorgt dafür, dass der Regen ausbleibt.

Das ausgetrocknete Flussbett des Pos in Norditalien im Jahr 2007: Die Erderwärmung sorgt dafür, dass der Regen ausbleibt.

Wenn nicht schnell und entschlossen gehandelt werde, drohe eine tiefgreifende und irreversible Veränderung des Weltklimas. Noch seien die Kosten für die Gegenmaßnahmen begrenzt. So lautet die Kernbotschaft des Abschlussberichts des Weltklimarats IPCC, der am Sonntag in Kopenhagen vorgestellt wurde. Um eine Erwärmung über zwei Grad Celsius zu verhindern, sei demnach eine drastische Reduzierung der Kohlendioxidemissionen in den kommenden Jahrzehnten notwendig.

Die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre sei auf dem höchsten Stand seit mindestens 800.000 Jahren, warnte der IPCC in seinem sogenannten Synthesebericht, der die Ergebnisse der drei vorherigen Teilberichte zusammenfasst. Nach den Erkenntnissen des Expertengremiums hat sich die weltweite Oberflächentemperatur zwischen 1880 und 2012 um 0,85 Grad erhöht, und der Meeresspiegel ist zwischen 1901 und 2010 um 19 Zentimeter gestiegen.

Erkenntniss klarer als je zuvor

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel seien klarer denn je zuvor, sagte der IPCC-Vorsitzende Rachendra Pachauri. Es bleibe nur noch wenig Zeit, um die Chance zu nutzen, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu halten. Sollte der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen wie Kohlendioxid nicht drastisch reduziert werden, drohe eine Erwärmung um bis zu vier Grad, was die Zunahme extremer Wetterphänomene wie Stürme, Hitzeperioden und Überschwemmungen zur Folge hätte, warnte der IPCC.

Notwendig sei eine Reduzierung des Ausstoßes der Treibhausgase wie Kohlendioxid um 40 bis 70 Prozent zwischen 2010 und 2050 und auf Null bis 2100, erklärte das unabhängige Gremium, das Experten aus 195 Ländern vereint. Dafür müsse von fossilen Energiequellen wie Öl, Gas und Kohle auf Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind und Wasser umgeschwenkt werden und der Energieverbrauch deutlich reduziert werden.

Noch sind Gegenmaßnahmen finanzierbar

Nach den Berechnungen des IPCC würde das globale Wachstum von den Kosten zur Reduzierung der CO2-Emissionen nicht nicht "stark betroffen". Selbst "ehrgeizige" Maßnahmen würden demnach nur jährlich 0,06 Prozentpunkte des weltweiten Konsums im 21. Jahrhundert kosten, wobei mit einem jährlichen Wachstum zwischen 1,6 und drei Prozent gerechnet wird. Sollte dagegen nicht rasch etwas unternommen werden, würden die Kosten stark ansteigen, warnte der Weltklimarat.

Der Synthesebericht fasst die drei Teilberichte zusammen, die zwischen September 2013 und April 2014 vom IPCC vorgelegt worden waren. Er schließt damit den fünften Sachstandsbericht ab - den ersten umfassenden Bericht zur Klimaveränderung seit 2007. Die Berichte, die von mehr als 800 Experten aus aller Welt auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien erstellt wurden, sollen den Regierungen als Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung des Klimawandels dienen.

Die Veröffentlichung des Syntheseberichts erfolgte vor einem Treffen kommenden Monat in Lima, das den Weg zu einem neuen verbindlichen Klimaabkommen beim Gipfel in Paris nächstes Jahr ebnen soll. Darin sollen Maßnahmen festgeschrieben werden, um die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten. Die Verhandlungen sind aber seit Jahren festgefahren, da Uneinigkeit besteht, welche Länder wie viel zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen sollen.

tis/AFP / AFP