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Zeptosekunden Weltrekord! Frankfurter Forscher erfassen kürzeste jemals gemessene Zeitspanne

Grafische Darstellung der Zeptosekunde
Schematische Darstellung der Zeptosekunden-Messung: Das Photon (gelb, von links kommend) erzeugt aus der Elektronenwolke (grau) des Wasserstoffmoleküls (rot: Atomkerne) heraus Elektronenwellen, die interferieren (Interferenzmuster: violett-weiß). Das Interferenzmuster ist ein wenig nach rechts verzerrt, woraus sich ausrechnen lässt, wie lange das Photon von einem Atom zum anderen benötigt hat.
© Sven Grundmann / Goethe-Universität Frankfurt
Kurz, kürzer, Zeptosekunde: Zepto-was? Bei einer sogenannten Zeptosekunde handelt es sich um die kürzeste, jemals gemessene Zeitspanne. Die haben jetzt deutsche Atomphysiker erfasst. Ein Weltrekord.

Deutsche Atomphysiker haben nach eigenen Angaben eine Art Stoppuhr-Weltrekord aufgestellt. Den Forschern aus Frankfurt gelang zusammen mit Kollegen aus Berlin und Hamburg die kleinste jemals gemessene Zeitspanne zu bestimmen, wie die Frankfurter Goethe-Universität am Freitag mitteilte.

Die Zeitspanne ist unvorstellbar kurz und liegt im Bereich von sogenannten Zeptosekunden. Eine Zeptosekunde ist demnach ein Billionstel einer Milliardstel Sekunde lang. Die Forscher maßen, wie lange ein Lichtteilchen braucht, um ein Wasserstoffmolekül zu durchqueren – etwa 247 Zeptosekunden. Dabei machten sich die Wissenschaftler unter anderem Röntgenlicht zunutze.

Noch kürzer als Nobelpreis-gekrönte Femtosekunden

Nach Angaben der Goethe-Universität gibt es einen weltweiten Wettlauf um die Messung der kürzesten Zeitspanne. Das deutsche Forscherteam hat dabei mit dem jüngsten Erfolg erst einmal die Spitze übernommen.

Der vielleicht bekannteste Vertreter dieses Forschungsbereichs ist der ägyptische Chemiker und Nobelpreisträger Ahmed Zewail. Ihm gelang mithilfe von ultrakurzen Laserblitzen die Vermessung der Geschwindigkeit, in der Moleküle schwingen. Wenn sich chemische Bindungen bilden und zerbrechen, geschieht dies im Bereich sogenannter Femtosekunden. Eine Femtosekunde entspricht 10 hoch minus 15 Sekunden (0,000000000000001 Sekunden). Die jetzt gemessene Zeptosekunde entspricht 10 hoch minus 21 Sekunden, so die Goethe-Uni. Für die Begründung der Femtochemie erhielt Zewail den Nobelpreis im Jahr 1999.

dho / mit DPA

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