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Arbeitsplatz: Alle sieben Jahre den Job wechseln – was ist dran an dem Mythos?

Von der Lehre bis zur Rente in einem Betrieb bleiben? Das war einmal: Wer Karriere machen will, sollte regelmäßig den Job wechseln. Als Faustformel haben sich sieben Jahre als Zeitspanne etabliert. Aber was ist dran an dem Mythos?

Eine Frau sitzt nachdenklich in einem Café

Job wechseln oder bleiben? Als Faustformel soll man alle sieben Jahre wechseln - aber was ist dran an dem Mythos?

Getty Images

Früher war das ganz einfach: Man suchte sich einen Betrieb, machte dort seine Lehre und blieb - am besten bis zur Rente. Wer aber Karriere machen wollte, sollte spätestens nach drei Jahren den Arbeitsplatz wechseln, war dann die nächste Faustformel, die sich hartnäckig hielt. Und wer das Unternehmen nach weniger als zwei Jahren verließ, galt als beruflich gescheitert. 24 Monate sollte man schon durchhalten. 

Inzwischen gilt die Zeitgrenze von sieben Jahren als gesetzt. Wer beruflich vorankommen will, sollte spätestens dann das Unternehmen verlassen. Aber wieso sieben Jahre? Was ist dran an dem Mythos?

Arbeitsplatzwechsel in Deutschland

Zunächst: Der Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz ist immer noch hoch. Und die Deutschen bleiben ihrem Arbeitsplatz  durchschnittlich recht lange treu: Blieben Arbeitnehmer im Jahr 1985 durchschnittlich 10,1 Jahr bei einem Unternehmen, waren es 2014 schon 10,9 Jahre. Die Betriebszugehörigkeit wächst also. Mit diesem Wert rangiert Deutschland im europäischen Mittelfeld: Die Dänen wechseln im Durchschnitt nach 7,8 Jahren, die Italiener bleiben 12,2 Jahre bei einem Arbeitgeber.

Diese Arbeitgebertreue sehen Experten kritisch. Sie raten nach drei bis fünf, allerspätestens nach sieben Jahren den Job zu wechseln. Dabei ist eine neue Aufgabe im Unternehmen schon gut, besser wäre auch den Arbeitgeber zu verlassen. Aber warum diese Einschätzung?

Die sieben Stufen der Jobmotivation

Tatsächlich sind auch die Unternehmen einem ständigen Wandel unterworfen. Und somit ändert sich auch das Anforderungsprofil an die Mitarbeiter. Wer nicht irgendwann unfreiwillig die Firma verlassen will, muss sich an diese Veränderungen anpassen und lernen. Wie lang die Zeit bei einem Arbeitgeber dauern sollte, hängt auch von der Branche ab: In schnelllebigen Bereichen, wie der Werbung oder dem Marketing, reichen mitunter schon drei Jahre, um neue Herausforderungen zu suchen. In anderen Branchen sind sieben Jahre durchaus empfehlenswert, um zu wechseln. Laut dem EU Labour Force Survey von 2012 sind die treuesten Mitarbeiter die im Bergbau, die statistisch 18,8 Jahre bei einem Arbeitgeber bleiben. Danach folgen die öffentliche Verwaltung (17,6 Jahre) und Banken und Versicherungen (15,2 Jahre). 

Doch nicht nur die Unternehmen durchlaufen Phasen - auch die Angestellten tun dies. Laut dem Portal job.de gibt es sieben Phasen:

1. Enthusiasmus

Man beginnt einen neuen Job und startet hoch motiviert. In diesem Jobzyklus sind Mitarbeiter engagiert, aber auch verunsichert, weil sie die Abläufe noch nicht kennen.

2.Wehmut

Nach wenigen Monaten kommt meistens der erste Dämpfer - und die Frage, ob der Jobwechsel wirklich eine so gute Idee gewesen ist. Der alte Job wird verklärt. Diese Phase muss man durchstehen, denn es gab schließlich gute Gründe, das Unternehmen zu verlassen.

3. Einleben

Noch pendelt man zwischen Phase 1 und 2, nebenbei arbeitet man sich ein und übernimmt zunehmend Verantwortung. In dieser Phase steigt auch wieder die Motivation - sie dauert meist ein Jahr an. Engagement und Höchstleistungen sind vorprogrammiert.

4. Stabilität

Dauer-Feuer kann niemand im Job geben, also pendelt sich in dieser Phase ein gutes, aber nicht übermäßiges Leistungsniveau ein. 

Dr. Birte Gall über Arbeit in der der Zukunft

5. Hochform

Die fünfte Phase steht wieder für höhere Leistungsbereitschaft - denn in diesem Abschnitt geht es häufig auch um hierarchischen Aufstieg. Laut Experten beginnt diese Phase meist im dritten Jahr und kann sogar Jahre anhalten. Länger als fünf Jahre allerdings ist diese Höchstleistung selten durchzuhalten.

6. Veränderung

Nach dem Durchstarten kommt meist der Abstieg: Man hinterfragt, ob sich das alles lohnt. Ob der Job noch passt. In diesem Abschnitt treten auch meist die ersten größeren Probleme mit Kollegen oder Vorgesetzten auf. Unzufriedenheit wächst. Diese Phase wäre ideal für einen Jobwechsel. Doch Veränderungen werden gescheut. Oftmals hoffen Mitarbeiter, dass es sich nur um eine kurze Phase handelt.

7. Der Weg abwärts

Wer die Phase 6 ausgesessen hat, wird nun in dem Abschnitt 7 in eine Abwärtsspirale gezogen. Die Leistungen lassen nach, stressbedingte Erkrankungen treten auf. Wer in dieser Phase steckt, wird das Unternehmen verlassen müssen - entweder um sich selbst zu retten oder weil sich der Arbeitgeber vom Mitarbeiter trennt.

kg
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Füllhorn Rente 63 ?
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