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Interview im stern Armin Laschet über seine politische Agenda: "Ein Bruch mit Angela Merkel wäre das falsche Signal"

Armin Laschet
Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, sieht sich geeignet als Merkel-Nachfolger.
© Christoph Hardt/Geisler-Fotopres/ / Picture Alliance
Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, sieht sich als geeigneter Merkel-Nachfolger. In einem Interview mit dem stern spricht Laschet über Merkels Politik, den Kampf ums Kanzleramt und die Rolle der Grünen. 

Hamburg – Nordrheinwestfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat wenige Tage vor dem Wahlparteitag der CDU, auf dem über einen neuen Vorsitzenden entschieden wird, seinen Anspruch aufs Kanzleramt angemeldet. Laschet ließ in einem Interview mit dem stern an mehreren Stellen durchblicken, dass er sich die Nachfolge Angela Merkels als Kanzler nicht nur zutraue, sondern auch von den Bewerbern am besten geeignet sei, ihre Politik fortzusetzen. "Ein Bruch mit Angela Merkel wäre exakt das falsche Signal."

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Laschet geht auf dem Digitalparteitag Ende kommender Woche gegen den expliziten Merkel-Gegner Friedrich Merz sowie gegen den Außenpolitiker Norbert Röttgen ins Rennen um den CDU-Vorsitz.  Er zeigte sich im stern-Interview zuversichtlich, dass die Delegierten nach Kriterien entscheiden würden, die für ihn sprächen: "Wer hat schon einmal eine Wahl gewonnen, wer hat schon einmal eine Regierung geführt, wer weiß, worauf es ankommt, um Menschen zusammenzuführen."  In all diesen Punkten sieht sich Laschet klar in Front.

Armin Laschet über Wahlkampf mit Angela Merkel

Im Kampf ums Kanzleramt hat Laschet die SPD und deren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz als ernsthaften Konkurrenten offenbar schon abgeschrieben. Bei der Bundestagswahl im September gehe es "um den Kampf um die Mitte. Größte Herausforderung werden sicher die Grünen sein."  Die Union dürfe im Wahlkampf aber auch die AfD nicht aus dem Blick verlieren. "Da ist eine knallharte Abgrenzung erforderlich." Für den Wahlkampf selbst setzt Laschet im Übrigen nicht auf die Strahlkraft der Kanzlerin. Gefragt, ob es Duo-Auftritte mit Merkel geben werde, sagte Laschet: "Der Kanzlerkandidat muss seine eigene Prägung haben."  Die Union solle die Popularität der Kanzlerin zwar in die Waagschale werfen – "aber im Zentrum des Wahlkampfs müssen bei den Auftritten Andere stehen."  

Laschet, der Mitte Februar 60 Jahre alt wird, machte im Stern-Gespräch deutlich, dass er sich den Job im Kanzleramt auch körperlich zutraue. Vor Marathonsitzungen oder 18-Stunden-Tagen habe er "die allerwenigsten Manschetten." Er schlafe ohnehin nur fünf, sechs Stunden. "Meine Frau fragt mich oft, wie ich das durchhalte."

abo

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