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"Cheonan"-Krise in Korea: Nordkorea geht in die rhetorische Offensive

Der kalte Krieg zwischen Nord- und Südkorea erhitzt sich weiter: Nach einer Machtdemonstration des Südens hat Nordkorea ein Sicherheitsabkommen gekündigt und im Falle von Grenzübertretungen im Gelben Meer mit einem sofortigen Angriff gedroht.

Die nordkoreanische Armee hat ein Sicherheitsabkommen mit Südkorea zur Verhinderung bewaffneter Zusammenstöße zwischen beiden Ländern aufgekündigt. In einer Botschaft an die südkoreanische Armeeführung habe Nordkoreas Generalstabschef zudem mit einem sofortigen Angriff gedroht, falls Südkorea die Grenze im Gelben Meer verletze, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag.

Die südkoreanische Marine organisierte ein großes Manöver auf See, um nach den Drohungen aus Pjöngjang militärische Stärke zu demonstrieren. Rund zehn Schiffe, darunter ein 3000 Tonnen schwerer Zerstörer und drei Patrouillenschiffe, nahmen an der eintägigen Übung teil, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag unter Berufung auf Militärkreise meldete. Das Verteidigungsministerium wollte keine näheren Angaben machen. Das Manöver wurde vor der Westküstenstadt Taean abgehalten, in deutlicher Entfernung zu der umstrittenen Grenze im Gelben Meer, wo Ende März ein südkoreanisches Kriegsschiff bei einem Torpedoangriff zerstört worden war.

Unter Berufung auf offizielle Vertreter meldete Yonhap, dass die südkoreanische Armee und die 28.500 in Südkorea stationierten US-Soldaten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden seien. Zudem sei die Überwachung des kommunistischen Nordens durch Satelliten und Aufklärungsflugzeuge verstärkt worden.

Die Krise zwischen den beiden koreanischen Staaten hat sich seit der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts zu dem Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffes "Cheonan" massiv verschärft. Internationale Ermittler waren in der vergangenen Woche zu dem Schluss gekommen, dass beim Untergang des Schiffes am 26. März im Gelben Meer alles auf einen nordkoreanischen Torpedoangriff hinweise. Bei dem Unglück waren 46 Menschen ums Leben gekommen. Die kommunistische Führung in Pjöngjang wies jede Schuld von sich und drohte mit Krieg. Nach Angaben nordkoreanischer Dissidenten versetzte auch Machthaber Kim Jong Il seine Truppen bereits in Alarmbereitschaft.

AFP / AFP