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"Black Lives Matter" Britischer Außenminister behauptet, die Kniefall-Geste käme aus "Game of Thrones"

Ein weißer und ein schwarzer Mann knien bei "Black Lives Matter"-Protesten
Der Kniefall mit hochgereckter Faust wurde weltweit zum Symbol der "Black Lives Matter Bewegung" – hier bei Protesten in London
© Daniel Leal-Olivas / AFP
Weltweit protestieren Menschen gegen Rassismus, indem sie sich auf ein Knie begeben. Der britische Außenminister Dominic Raab äußerte die Vermutung, die Geste der "Black Lives Matter"-Bewegung gehe auf die Serie "Game of Thrones" zurück. Dabei ist das Symbol deutlich älter.

Auf der ganzen Welt wird seit dem Tod von George Floyd, der Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz ums Leben kam, gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt demonstriert. Bei den "Black Lives Matter"-Demonstrationen ist besonders oft eine Geste zu sehen: der Kniefall, oft auch mit emporgestreckter Faust. Selbst Polizisten, Politiker, Geistliche und Sportler aus verschiedenen Ländern haben mit diesem Symbol schon ihren Protest gegen Rassismus zum Ausdruck gebracht.

Der britische Außenminister Dominic Raab hat sich zu der Geste der Demonstranten geäußert – und erhält für seine Aussagen viel Kritik. Nach seiner Meinung zu den Protesten im Allgemeinen und insbesondere dem Kniefall gefragt, äußerte Raab in einem Interview mit dem Sender Talkradio die Vermutung, das Symbol sei der Serie "Game of Thrones" entlehnt zu sein. Es fühle sich für ihn deshalb "eher wie ein Symbol der Unterwerfung oder Unterordnung als wie eines der Befreiung" an.

Dominic Raab verbindet "Black Lives Matter"-Geste mit "Game of Thrones"

In der bekannten Fernsehserie gehen die Figuren auf die Knie, um damit die Herrschaft eines Königs anzuerkennen und ihre Treue zu bezeugen. Raab sagte in dem Radiointerview, er nehme die Geste nicht als "Emanzipation" wahr. "Ich weiß aber, dass Menschen das unterschiedlich sehen, deshalb ist es eine individuelle Entscheidung." Auf die Frage der Moderatorin, ob er auch selbst auf die Knie gehen würde, um gegen Rassismus zu protestieren, antwortete der Außenminister, er würde nur für zwei Menschen das Knie beugen: "Die Queen und meine Frau."

Vor allem Raabs Aussagen über den Ursprung des Symbols der "Black Lives Matter"-Proteste wurden vielfach als respektlos empfunden. Oppositionsvertreter forderten eine Entschuldigung des Politikers der konservativen Partei. Raab erklärte später in einem Tweet: "Ich habe vollen Respekt für die 'Black Lives Matter'-Bewegung und die Themen, die sie bewegen. Wenn Menschen auf die Knie gehen wollen, ist es ihre Entscheidung und ich respektiere das." Außerdem forderte der Außenminister dazu auf, gemeinsam soziale Ungerechtigkeit und Diskriminierung zu bekämpfen.

Schon Martin Luther King ging gegen Rassismus auf die Knie

Aus Protest auf die Knie zu gehen, hat in der Anti-Rassismus-Bewegung eine längere Geschichte. Bereits in den Sechzigern demonstrierte Martin Luther King auf einem Knie für das Wahlrecht der Schwarzen. Die Geste drückte damals den gewaltlosen Widerstand aus.

In den vergangenen Jahren hat vor allem der US-Football-Profi Colin Kaepernick den Kniefall populär und zum Symbol der Proteste gegen Rassismus gemacht. Kaepernick weigerte sich, vor Spielen zur Nationalhymne aufzustehen und ließ sich stattdessen auf ein Knie nieder. Die US-Football-Profiliga NFL führte daraufhin eine Strafe für Spieler ein, die sich nicht zur Nationalhymne erheben wollten. Die Regelung wurde mittlerweile wieder zurückgenommen. Kaepernick erklärte, er sei durch Soldaten, die vor den Gräbern ihrer gefallenen Kameraden knieten, zu der Protestgeste inspiriert worden.

Quellen: Talkradio / Dominic Raab auf Twitter / NPR / "Time"

epp

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