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"Heldin der Revolution": Vergewaltigte Libyerin ist wieder frei

Sie hatte Journalisten ihr Leid geklagt, kurz darauf wurde die vergewaltigte Libyerin Iman al Obaidi von Sicherheitskräften verschleppt. Mittlerweile wurde die junge Frau freigelassen und viele feiern sie als "Heldin der Revolution". Gegen die Vergewaltiger wird ermittelt.

Die Libyerin Iman al Obaidi - Symbolfigur des Aufstandes gegen Oberst Muammar al Gaddafi - ist wieder frei. Das meldete der Nachrichtensender al Arabija am Montag. Die junge Frau, deren Familie aus dem von Aufständischen kontrollierten Osten Libyens stammt, war nach eigener Aussage an einer Straßensperre in der Hauptstadt Tripolis verschleppt und anschließend mehrfach vergewaltigt worden. Nachdem sie am Samstag Jounalisten von ihrem Martyrium berichtet hatte, war sie von Sicherheitskräften in Zivil gegen ihren Willen weggeschleppt worden.

Da Vergewaltigung im arabischen Kulturkreis ein so großes Tabu ist, dass die Opfer nur sehr selten öffentlich darüber sprechen, feiern sie viele Frauen in den Aufständischen-Hochburgen als "Heldin der Revolution". Inzwischen heißt es, die von ihr erhobenen Vorwürfe würden untersucht. Gegen vier Männer werde ermittelt.

Die Mutter Imans hatte in einem Interview mit dem arabischen TV-Sender al Dschasira unter Tränen berichtet, man habe ihrer Familie Geld geboten, falls die Tochter ihre Aussage zurückziehe. Sie und ihre Tochter hätten von dem Geschäft jedoch nichts wissen wollen. Imans Vater bestritt die Darstellung eines Regierungssprechers, der behauptet hatte, seine Tochter sei psychisch gestört. Seine Tochter habe Jura studiert und sei im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte.

mlr/DPA / DPA