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Nach Hackerangriff auf Sony: Einige US-Kinos zeigen "The Interview" nun doch

Nach dem Hacker-Angriff wollte Sony den Film "The Interview" über ein fiktives Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber nicht in die Kinos bringen. Nun bekommt das Publikum den Film doch zu sehen.

Das "Plaza Theatre" in Atlanta, US-Bundesstaat Georgia, will den Kinofilm "The Interview" zeigen

Das "Plaza Theatre" in Atlanta, US-Bundesstaat Georgia, will den Kinofilm "The Interview" zeigen

Ungeachtet anonymer Anschlagsdrohungen haben mehrere unabhängige US-Kinos angekündigt, die Politsatire "The Interview" wie geplant am ersten Weihnachtsfeiertag zu zeigen. Kinos in den Bundesstaaten Texas und Georgia erklärten am Dienstag in Online-Netzwerken, sie würden den Streifen ins Programm nehmen. Tim League, Betreiber des Kinos "Alamo Drafthaus" in Austin, twitterte, das Filmunternehmen Sony habe den Filmstart von "The Interview" nun doch genehmigt: "Sieg!"

Auch das "Plaza Theatre" in Atlanta kündigte via Twitter an, den Film zu zeigen.

Eine Attacke anonymer Hacker und mysteriöse Anschlagsdrohungen auf US-Kinos hatten Sony in der vergangenen Woche bewogen, den für Donnerstag geplanten Filmstart von "The Interview" abzusagen. Dem Konzern entstand dadurch nach Expertenschätzung ein Schaden von einer halben Milliarde Dollar. Nach Erkenntnissen des FBI steht die Staatsführung Nordkoreas hinter dem Angriff. In dem Film geht es um ein fiktives Mordkomplott gegen Machthaber Kim Jong Un.

In Nordkorea ist inmitten des Streits mit den USA über den Hacker-Angriff auf Sony das Internet stundenlang komplett ausgefallen. Die Verbindung zum Netz sei mehr als neun Stunden lang bis zum frühen Dienstagmorgen unterbrochen gewesen, auch danach gab es nochmals eine halbstündige Unterbrechung, schrieb die Analysefirma Dyn Research. Der Dienst beobachtet weltweit die Funktionalität des Internets.

Nichts Neues über Nordkorea

Die US-Regierung weigert sich, zu sagen, ob die USA hinter der Panne stecken. Eine Sprecherin im Außenamt in Washington wollte nicht auf entsprechende Journalistenfragen antworten. "Ich habe heute nichts Neues über Nordkorea mitzuteilen", sagte Sprecherin Marie Harf.

Sie verwies lediglich auf die Ankündigung von Präsident Barack Obama, dass es eine Reaktion auf den jüngsten Hackerangriff Nordkoreas auf das Sony-Filmstudio in den USA geben werde. Obama hatte insbesondere die Drohungen gegen Kinos wegen des Filmstarts von "The Interview" scharf kritisiert.

tkr/AFP/DPA / DPA