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Abdelhamid Abaaoud: Vater von IS-Terrorist "erleichtert" über Tod seines Sohnes

Omar Abaaoud ist der Vater des getöteten Terroristen Abdelhamid Abaaoud. Hilflos musste er zusehen, wie sich sein Sohn radikalisierte - und ist nun "erleichtert", dass er nicht noch mehr Schaden anrichten kann.

Abdelhamid Abaaoud soll auch seinen 13-jährigen Bruder rekrutiert haben

Abdelhamid Abaaoud soll auch seinen 13-jährigen Bruder rekrutiert haben

Bereits vor Monaten meldete sich die Familie des mutmaßlichen Drahtziehers der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, mit deutlichen Aussagen zu Wort. Damals war ein belgischer Islamist in Syrien getötet worden, der ebenfalls aus Molenbeek stammt. Die Familie glaubte zunächst, es sei der verlorene Sohn. Seine Schwester sagte zur "New York Times": "Wir beten, dass Abdelhamid wirklich tot ist."

Er war es nicht. Wie inzwischen bekannt wurde, versuchte er allein in diesem Jahr mehrere Anschläge in Europa zu organisieren - und hatte damit in Paris schließlich Erfolg. Bei einem Anti-Terror-Einsatz der Polizei nach den Anschlägen starb der 28-Jährige am vergangenen Mittwoch.

In einem Interview mit CNN sprach nun die Anwältin des Vaters Omar über dessen Gefühle nach dem Tod seines Sohnes. "Er war nicht traurig, er war auch nicht froh", sagt sie. "Er war erleichtert." Auch der Vater habe die schrecklichen Videos gesehen. Sie zeigen den Sohn, wie er Leichen hinter sich herschleift und wie er erzählt, dass es ihn befriedige, Blut Ungläubiger fließen zu sehen. "Er sagte, dass sich sein Sohn verhalte wie ein Psychopath. Für ihn war es der Beweis, dass er zum Teufel geworden war", so die Anwältin.

Abdelhamid Abaaoud hatte sich nicht nur selbst radikalisiert, sondern auch seinen erst 13-jährigen Bruder rekrutiert. Bereits im Januar sagte der Vater in einem Interview mit der belgischen Zeitung "La Dernière Heure": "Ich kann nicht mehr. Meine Kräfte sind erschöpft. Ich schäme mich für meinen Sohn. Er hat unsere Leben ruiniert. Warum will er unschuldige Belgier töten? Unsere Familie verdankt diesem Land alles."


Dritte Leiche in gestürmter Wohnung gefunden

Inzwischen wurden weitere Details zu seinen letzten Tagen in Paris bekannt. Am Abend der Attacken war er in einer Metrostation östlich der französischen Hauptstadt gefilmt worden. Der Sender BFMTV veröffentlichte ein Bild, das ihn am 13. November in der Metro-Station Croix de Chavaux in Montreuil zeigen soll. In Montreuil wurde später auch ein schwarzer Seat gefunden, der bei den Anschlägen verwendet worden war. In dem Fahrzeug befanden sich drei Kalaschnikows.

Nach Informationen des Senders France Info wurde Abaaoud von einer Kamera gefilmt, als er um 22.14 Uhr die Metro-Station betrat. Kurz zuvor waren Cafés und Restaurants im Osten von Paris attackiert worden.

In der von der Polizei erstürmten Wohnung der Pariser Terroristen wurde derweil eine dritte Leiche entdeckt. In der Nacht sei im Vorort Saint-Denis die Leiche einer Frau gefunden worden, gab die Staatsanwaltschaft bekannt. Die Identität der Frau sei noch nicht geklärt. Auch Abaaouds Cousine war bei der Aktion gestorben, sie hatte sich in die Luft gesprengt.

car