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Wenn Frauen zerrissene Jeans tragen: Ägyptischer Anwalt: "Es ist eine nationale Pflicht, zu vergewaltigen"

In Ägypten sorgt der Anwalt Nabih al-Wahsh für einen Aufschrei. Es sei eine nationale Pflicht, eine Frau zu vergewaltigen, die zerrissene Jenas trägt, behauptete er vor laufenden Kameras. Selbst seine eigene Tochter würde eine Vergewaltigung verdienen, wenn sie sich so kleiden würde.

Der Anwalt Nabih al-Wahsh aus Ägypten findet, dass Vergewaltigungen von freizügig gekleideten Frauen Pflicht sind

Der Anwalt Nabih al-Wahsh aus Ägypten findet, dass Vergewaltigungen von freizügig gekleideten Frauen zur nationalen Pflicht gehören

In einer ägyptischen TV-Sendung, bei der es eigentlich um einen Gesetzesentwurf zur Bekämpfung der Prostitution gehen sollte, sorgte der konservative und umstrittene Anwalt Nabih al-Wahsh für einen Skandal. "Sind Sie glücklich, wenn Sie auf der Straße ein Mädchen sehen, das fast den ganzen Hintern zeigt?", fragte er die anderen Gäste der Polit-Talk-Show "Infrad". Frauen, die solch eine freizügige Kleidung wie zerrissene Jenas tragen, würden Männer buchstäblich dazu einladen, sie zu missbrauchen, erklärte er. Und al-Wahsh setzte noch einen drauf: "Wenn ein Mädchen so herumläuft, ist es eine patriotische Pflicht, sie zu belästigen und eine nationale Pflicht, sie zu vergewaltigen."

In Ägypten sorgen die Aussagen des Anwalts für einen Aufschrei. Die Vorsitzende des Nationalen Verbandes für Frauen, Maya Mursi, gab bekannt, dass gegen al-Wahsh und den Sender Al-Assema, auf dem die  Sendung ausgestrahlt wurde, Beschwerde eingereicht worden sei. Al-Wahshs Äußerungen seien ein "abscheulicher Aufruf zur Vergewaltigung" und verstießen gegen das ägyptische Recht, zitiert der arabische Nachrichtensender al-Arabiya Mursi.

"Meine eigene Tochter verdient es, vergewaltigt zu werden“

Der ägyptische Nationalrat will gegen den Anwalt Anzeige erstatten. "Alle Mitglieder des Rats verurteilen diese Aussage, die ausdrücklich zur Vergewaltigung und sexueller Belästigung auffordert", hieß es in einer Erklärung. 

Doch al-Wahsh bleibt bei seinem Standpunkt. Auf seiner Website erklärte er: "Meine eigene Tochter verdient es, vergewaltigt zu werden, wenn sie zerrissene Jeans trägt!" Frauen müssten sich selbst respektieren, damit andere sie respektieren können, setzte er hinzu.

In Ägypten wird das Thema "zerrissene Jeans" bereits seit Monaten heiß diskutiert. Politiker fordern ein Verbot an bestimmten Plätzen wie Universitäten. Die Debatte flammte erneut auf, nachdem die ägyptische Hauptstadt Kairo zur gefährlichsten Metropole für Frauen erklärt wurde. Zu diesem Ergebnis kam eine internationale Studie, die die Lebensumstände für Frauen in Großstädten untersucht hatte. 

ivi
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