Afghanistan Bin Laden fordert Abzug der Europäer


In einer neuen Tonbandbotschaft hat al Kaida-Führer Osama bin Laden die europäischen Staaten aufgefordert, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Die Konsequenzen blieben jedoch genauso unklar wie die Echtheit der Aufnahme.

Der Anführer des Terrornetzes al Kaida, Osama bin Laden, hat die Europäer in einer neuen Tonbandbotschaft zum Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan aufgerufen. Der Krieg in Afghanistan sei ungerecht, "die meisten Opfer dort sind Frauen und Kinder", heißt es auf dem Tonband, das der arabische Nachrichtensender al Dschasira veröffentlichte. Auch Bundeswehrsoldaten sind in Afghanistan stationiert.

Die USA erklärten die Botschaft sei "keine neue Taktik". Der Sprecher im US-Außenministerium, Sean McCormack, sagte: "Ich glaube, dass unsere Nato-Verbündeten sehr gut verstehen, was in Afghanistan und sonst in der Welt beim Krieg gegen den Terrorismus auf dem Spiel steht." Er fügte hinzu, "das Tonband beinhaltet offenbar keine konkreten, glaubwürdigen Drohungen".

"Die Macht der USA schwindet"

In der Botschaft appellierte Bin Laden weniger an die Regierungen, als vielmehr an die Öffentlichkeit derjenigen Länder, die für den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban Truppen nach Afghanistan entsandt haben. Sie sollten ihre Zusammenarbeit dort mit den USA beenden, hieß es in der Aufnahme. Die Macht der Vereinigten Staaten schwinde. Bald würden die Amerikaner die Region verlassen, dann würden die Nachbarn Afghanistans "ihre Rechnungen begleichen". Die Menschen in den entsprechenden Ländern sollten Druck auf ihre Regierungen ausüben. Zugleich übernahm er erneut die Verantwortung für die Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington.

Die von al Dschasira veröffentlichte Tonbandbotschaft enthielt allerdings keinen Hinweis, wann sie aufgenommen wurde. Auch für die Echtheit gab es keinen Beweis. Die Stimme auf dem Band klang jedoch wie die Stimme auf anderen Tonbändern, deren Authentizität von Experten bestätigt worden war. US-Regierungsbeamte gingen zunächst davon aus, dass die Botschaft echt sei. Allerdings müsse das Tonband noch eingehend geprüft werden.

DPA/Reuters DPA Reuters

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