Afghanistan Nato fordert noch mehr Truppen


Jaap de Hoop Scheffer hat noch nicht genug: Trotz Zusagen für die Aufstockung Afghanistan-Schutztruppe Isaf fordert der Nato-Generalsekretär weitere Soldaten. Auf mögliche neue Kontigenten aus Deutschland wird der Niederländer allerdings noch einige Monate warten müssen.

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat von den Verbündeten mehr Soldaten für die Afghanistan-Schutztruppe ISAF gefordert. "Es hat schon viele weitere Truppenzusagen gegeben. Aber ich bin noch nicht zufrieden, denn wir brauchen noch mehr", sagte De Hoop Scheffer am Rande eines Treffens der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Zu einer möglichen Ausweitung des deutschen Kontingents in der rund 52 000 Soldaten starken Afghanistan-Truppe sagte er: "Ich würde das sehr begrüßen, aber das liegt bei den Deutschen."

Bundestag entscheidet im Oktober

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung erklärte, er werde bis zur Sommerpause prüfen, ob das bisher auf 3500 Bundeswehrsoldaten begrenzte Mandat ausgeweitet werden müsse. "Für das neue Mandat werden wir uns genau anschauen, was an neuen Anstrengungen auf die Bundeswehr zukommt", sagte Jung. Auch Entlastungen würden berücksichtigt. Gemeinsam mit Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan werde er dann "vor der Sommerpause die Zahl nennen, die aus unserer Sicht notwendig ist für das neue Mandat". De Hoop Scheffer sagte über eine mögliche deutsche Aufstockung: "Das wäre natürlich immer gut, aber das ist eine Debatte, die im Bundestag stattfinden wird." Der Bundestag wird im Oktober entscheiden.

Am Donnerstag sind bei einer Patrouille im Süden Afghanistans zwei britische Soldaten getötet worden. Die beiden seien während eines Routinerundgangs unweit ihres Stützpunktes in der Provinz Helmand von Heckenschützen erschossen worden, teilte das britische Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Ein dritter Soldat sei bei dem Angriff verletzt worden. Bereits am Sonntag waren drei weitere Soldaten aus demselben Regiment bei einem Selbstmordanschlag getötet worden. Seit 2001 sind in Afghanistan insgesamt 102 Angehörige des britischen Militärs ums Leben gekommen.

DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker