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Afghanistan: Schwerste Kämpfe seit Ende des Taliban-Regimes

Bei heftigen Gefechten und einem Selbstmordanschlag sind in Afghanistan mindestens 74 Menschen getötet worden. Darunter sind eine kanadische Soldatin und ein amerikanischer Polizeiausbilder.

Im Süden Afghanistans ist es in der Nacht zu einem der heftigsten Gefechte zwischen Rebellen und Sicherheitskräften seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban gekommen. Bei dem nächtlichen Angriff auf die Stadt Mosa Kala kamen nach Regierungsangaben 40 Taliban-Kämpfer und 13 Polizisten ums Leben. Ein Sprecher der Taliban sagte, 30 Sicherheitskräfte seien getötet worden. Im westlichen Herat riss zudem ein Selbstmordattentäter einen amerikanischen Polizeiausbilder mit in den Tod. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Die örtliche Polizei hatte zunächst mitgeteilt, ein italienischer Soldat der Internationalen Schutztruppe ISAF sei bei dem Anschlag gestorben. Das bestätigte sich jedoch nicht.

Größter Angriff in der Provinz seit Ende der Taliban

An dem Angriff auf Mosa Kala waren nach Behördenangaben hunderte Taliban-Kämpfer beteiligt. Die Gefechte begannen am Mittwochabend und zogen sich über neun Stunden bis in den frühen Morgen hin. Der Vize-Gouverneur der Provinz Helmand sagte, es sei der größte Angriff in der Provinz seit dem Ende der Taliban-Herrschaft 2001 gewesen. Sechs Polizisten wurden bei den Kämpfen verletzt. Nach Angaben des Innenministeriums waren keine ausländischen Soldaten in die Gefechte verwickelt. In der Provinz Helmand hat Großbritannien das Kommando zur Friedenssicherung im Auftrag der Nato-Friedenstruppe Isaf.

Taliban greifen verstärkt ausländische Truppen an

Bei Kämpfen in der Nachbarprovinz Kandahar starben nach kanadischen Angaben eine kanadische Soldatin und 18 radikal-islamische Taliban-Rebellen. Die Kanadierin starb nur wenige Stunden vor der Abstimmung im kanadischen Parlament über eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes. Trotz ernsthafter Bedenken von Seiten zahlreicher Oppositionspolitiker stimmten die Abgeordneten mit einer knappen Mehrheit von 149 zu 145 für den Antrag auf zweijährige Verlängerung des Einsatzes. Kanada hat 2300 Soldaten in Afghanistan stationiert.

Die Taliban-Kämpfer hatten in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf Truppen der Regierung und ausländische Soldaten intensiviert. Die radikal-islamischen Taliban waren Ende 2001 von einer massiv von den USA unterstützten Bürgerkriegsallianz von der Macht vertrieben worden.

DPA/Reuters / DPA / Reuters