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Afghanistan: USA fordern mehr europäische Soldaten

Die USA verlangen von den Nato-Bündnispartnern zusätzliche Truppen für Afghanistan. Außerdem bitten die USA die Verbündeten um mehr Hilfe beim Wiederaufbau des Landes. Die deutsche Regierung hat dem Drängen aus den USA bereits nachgeben.

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat die europäischen Nato-Staaten zur Entsendung von mehr Soldaten nach Afghanistan und zu einem verstärkten Wiederaufbau aufgefordert. "Unsere Erwartung ist, dass auch die Verbündeten mehr tun", sagte er unmittelbar vor einem Verteidigungsministertreffen der Nato, das an diesem Donnerstag in Polen beginnt. Gates verwies auf die von US-Präsident Barack Obama angekündigte Entsendung von zusätzlich 17.000 amerikanischen Soldaten nach Afghanistan. Die USA wollten vor allem um vorübergehende Truppenverstärkungen für die afghanische Präsidentenwahl im August bitten, sagte Gates auf dem Flug nach Krakau.

Berlin hat bereits angekündigt, vorübergehend 600 Soldaten zusätzlich an den Hindukusch zu schicken. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung sagte, die Bundeswehrangehörigen sollen die 3500 schon in Afghanistan stationierten deutschen Soldaten für drei bis vier Monate verstärken. Die angekündigte Truppenverstärkung wäre durch das bisherige Bundestagsmandat gedeckt, nach dem bis zu 4500 deutsche Soldaten an den Hindukusch geschickt werden können. Außerdem werde eine Aufstockung der schnellen Eingreiftruppe im Norden des Landes geprüft, weil sich die Sicherheitslage vor allem in der Region Kundus verschlechtert habe.

Längerfristiges Engagement der Verbündeten müsse nicht immer militärische Hilfe sein, sagte US-Verteidigungsminister Gates. Auch verstärkte Anstrengungen, um eine bessere Regierungsführung in Afghanistan zu erreichen, die Polizei auszubilden, die Korruption und den Drogenhandel zu bekämpfen sowie den Rechtsstaat zu festigen, sei nötig. "Es wird eine Menge über einen vernetzten Ansatz in Afghanistan gesprochen. Und wir brauchen wirklich mehr Hilfe im zivilen Bereich. Wir müssen die zivile Seite stärken, während wir auch die militärische Seite stärken", sagte der US-Verteidigungsminister.

DPA/Reuters / DPA / Reuters