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Afghanistan: Zwei deutsche Soldaten verletzt

Bei einem Granatenangriff auf das Bundeswehr-Lager in Kundus wurden zwei Deutsche verletzt, ihr Zustand ist stabil. Das Bundeswehr-Mandat, über das diesen Donnerstag neu entschieden wird, scheint nicht gefährdet.

Wenige Stunden vor der Bundestagsabstimmung über eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr sind zwei deutsche Soldaten in Kundus bei einem Granatenangriff verletzt worden. Wie das Verteidigungsministerium in Berlin am Mittwochabend mitteilte, sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich, der Zustand der Soldaten sei stabil. Nach Angaben von Schweizer Behörden wurden auch zwei Schweizer Offiziere, die in dem Lager stationiert sind, bei dem Angriff leicht verletzt. Auch sie seien ärztlich behandelt worden, hieß es in Bern. Dem Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin war nur die Verletzung eines Schweizer Soldaten bekannt.

Sicherheitsvorkehrungen werden verschärft

Nach dem Granatenangriff auf das deutsche Lager in Kundus haben Bundeswehr und afghanische Sicherheitsbehörden die Untersuchungen aufgenommen. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft. Wie das Verteidigungsministerium am Donnerstagmorgen in Berlin weiter mitteilte, werden zunächst Minister Peter Struck (SPD) und danach die Öffentlichkeit auf Basis der Untersuchung des Vorfalls informiert.

Dem Granateneinschlag um kurz nach 19.00 Uhr deutscher Zeit am Mittwochabend war eine Explosion in einigen hundert Metern Entfernung zum deutschen Lager vorausgegangen. Wie das Verteidigungsministerium weiter mitteilte, waren Bundeswehr-Angehörige davon aber nicht betroffen. Die Lage nach dem Granateneinschlag sei ruhig geblieben. In Kundus sind derzeit 269 Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie gehören zu einem von zwei deutschen Wiederaufbauteams in dem vom Krieg zerstörten Land. Insgesamt stellt die Bundeswehr für den internationalen Afghanistan-Einsatz mit UN-Mandat und unter NATO- Führung 2.250 Soldaten zur Verfügung. Derzeit sind davon 1.550 Soldaten in der Internationalen Schutztruppe ISAF in Kabul.

Nur FDP gegen Afghanistan-Mandat

Diesen Donnerstag stimmt der Bundestag über die Verlängerung des Bundeswehr-Mandats für Afghanistan ab. Nur die FDP will die Misson ablehnen, weil die beiden deutschen Wiederaufbauteams im Norden des Landes ihrer Meinung nach unterbesetzt sind.

DPA / DPA