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Al-Kaida-Anschlag auf Flugzeug Geheimdienst vereitelt "Unterhosen"-Attentat


Mit einer verbesserten "Unterhosenbombe" sollte ein Anschlag auf ein Passagierflugzeug gelingen: US-Geheimdienste haben das Attentat des Terrornetzwerks al Kaida vereitelt.

Der US-Geheimdienst CIA hat in Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten einen Bombenanschlag des Terrornetzwerks al Kaida auf ein Passagierflugzeug verhindert. Ein Ableger der Organisation im Jemen habe geplant, eine Bombe an Bord eines in die USA fliegenden Passagierflugzeugs zu schmuggeln, berichtete die "New York Times" online unter Berufung auf Geheimdienstangaben. Das Vorhaben wurde nach Angaben von US-Sicherheitsvertretern aber in einer frühen Phase vereitelt.

Wo und unter welchen Bedingungen der Sprengsatz sichergestellt wurde, blieb zunächst offen. Das Komplott sei Mitte April, als es Konturen annahm, entdeckt worden. Ein Selbstmordattentäter sollte die Bombe unter seiner Kleidung tragen. Eine Gefahr für Flugzeuge habe jedoch nicht bestanden. Die Bombe sei zwar zeitnah zum Jahrestag des Todes des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden sichergestellt worden, jedoch gebe es keine Hinweise, dass das Komplott damit in Zusammenhang stehe, schrieb die "New York Times" unter Berufung auf US-Beamte. In anderen US-Berichten wurde jedoch ein zeitlicher Zusammenhang ausgemacht. Bin Laden war am 2. Mai 2011 in seinem pakistanischen Versteck von US-Elitesoldaten getötet worden.

Jemens Führung verärgert über US-Bericht

Die jemenitischen Sicherheitsbehörden haben unterdessen verärgert auf die US-Medienberichte reagiert. Ein Beamter sagte der Nachrichtenwebsite "Yemen Post", das FBI habe bislang keine Beweise nach Sanaa weitergeleitet. Dieses Vorgehen schade dem Ansehen der Regierung. Der Beamte wurde mit den Worten zitiert: "Zusammenarbeit bedeutet, dass beide Seiten geheime Informationen teilen. Dies ist zwingend notwendig, wenn die USA im Krieg gegen den Terror weiterhin mit dem Jemen kooperieren wollen."

Westliche Regierungen bezweifeln allerdings, dass alle Führungskräfte der jemenitischen Sicherheitsbehörden den Kampf gegen den Terror wirklich ernsthaft betreiben. Jemenitische Al-Kaida-Experten hatten dem Regime des inzwischen aus dem Amt gedrängten Präsidenten Ali Abdullah Salih vorgeworfen, es habe zeitweise mit den Terroristen kooperiert, um die Terrorgefahr als Druckmittel in der Außenpolitik zu instrumentalisieren.

Bombe wäre am Flughafen vermutlich nicht entdeckt worden

Die US-Bundespolizei FBI teilte mit, sie untersuche den sichergestellten Sprengsatz. Er scheine ein verbessertes Modell der Bombe zu sein, mit der an Weihnachten 2009 ein Flugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Detroit in die Luft gesprengt werden sollte. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab hatte damals in seiner Unterhose eine Bombe an Bord eines Fluges geschmuggelt. Die Zündung schlug aber fehl. Abdulmutallab soll Verbindungen zu al Kaida im Jemen gehabt haben.

Der Sprengsatz sei "nicht metallisch" gewesen, hieß es in Medienberichten weiter. Deshalb wäre er auch bei den üblichen Kontrollen an Flughäfen schwer aufspürbar gewesen. Die Bombe sei im Ausland mit Hilfe von befreundeten Geheimdienstpartnern sichergestellt worden, berichtete die US-Bundespolizei FBI in einer Mitteilung. Sie würde untersucht.

US-Verteidigungsminister: USA müssen "wachsam" bleiben

US-Präsident Barack Obama sei über die Verschwörung im April informiert worden, sagte die stellvertretende Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden, in einer Erklärung. Obama sei versichert worden, dass der Sprengsatz nie eine Bedrohung für die Öffentlichkeit dargestellt habe.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte, die USA müssten angesichts der Bedrohung durch al Kaida "wachsam" bleiben. Das Heimatschutzministerium erklärte, die Anschlagspläne zeigten "das Interesse unserer Gegner, die Luftfahrtbranche ins Visier zu nehmen". Die US-Regierung werde darauf weiter auf mehreren Ebenen reagieren. Dabei gehe es unter anderem um die Analyse von Anschlagsgefahren, die Überprüfung von Passagieren und Passagierdaten, Stichproben-Untersuchungen an Flughäfen und die Begleitung von Linienflügen durch Sicherheitsbeamte.

mai/mlr/DPA/AFP DPA

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