Angriff auf Gaza-"Solidaritätsflotte" Israel untersucht sich selbst


Israel hat die Einsetzung einer eigenen Untersuchungskommission zur Erstürmung eines Schiffskonvois in den abgeriegelten Gazastreifen angekündigt. Dem fünfköpfigen Gremium sollen auch zwei ausländische Beobachter angehören.

Israel hat die Einsetzung einer eigenen Untersuchungskommission zur Erstürmung eines Schiffskonvois in den abgeriegelten Gazastreifen angekündigt. Dem fünfköpfigen Gremium sollten auch zwei ausländische Beobachter angehören, teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag mit. Die Regierung werde am Montag abschließend über das Vorhaben entscheiden.

Die US-Regierung, mit der sich Israel zuvor beraten hatte, begrüßte die Entscheidung. Diese bleibt allerdings hinter der Forderung der Vereinten Nationen nach einer internationalen Untersuchung zurück. Bei dem vom Ausland heftig kritisierten militärischen Vorgehen Israels gegen den Hilfskonvoi für das Palästinensergebiet waren Ende März nach offiziellen Angaben neun Türken an Bord eines der Schiffe getötet worden. Nach israelischen Angaben hatten die Aktivisten die Soldaten mit Messern und Metallstangen angegriffen.

Nach Einschätzung des Sondergesandten des Nahost-Quartetts, Tony Blair, ist in den kommenden Tagen ein Durchbruch in der Frage einer Lockerung der Gaza-Blockade möglich. Wenn man den Sicherheitsaspekt und den Aspekt der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs auseinanderhalte, könne rasch eine Lösung gefunden werden, sagte der frühere britische Premierminister der BBC. Israel hatte internationale Unterstützung gefordert, um mehr zivile Güter nach Gaza hineinzulassen und zugleich Waffenlieferungen an die dort herrschende Hamas zu verhindern. Bei der Überwachung der Güterströme könnten sowohl die Palästinenserregierung als auch die Europäische Union und Israel eine Rolle spielen, sagte Blair.

DPA/APN DPA

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