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Anschlag in Pakistan: Attacke auf der Raststätte

In Pakistan ist ein Militärkonvoi der alliierten Truppen in Afghanistan angegriffen worden. Nach Polizeiangaben wurden mehr als 96 Lastwagen in Brand gesetzt, die Militärfahrzeuge transportierten.

Im Nordwesten Pakistans haben mutmaßliche Islamisten bei einem Angriff auf die Nachschublinie für die internationalen Soldaten im benachbarten Afghanistan mehr als 60 Lastwagen im Brand geschossen. Nach Polizeiangaben wurde dabei am frühen Sonntagmorgen ein Wachmann getötet. Die Extremisten hätten die auf einem Rastplatz am Stadtrand von Peschawar geparkten Fahrzeuge mit Granatwerfern und Sturmgewehren angegriffen. Die Lkw sollten Lebensmittel und Militärgüter für die westlichen Truppen bringen.

Wie ein Polizeisprecher weiter sagte, hatten einige Transporter auch gepanzerte Fahrzeuge für die NATO-geführte Schutztruppe ISAF geladen. Die Fahrer hatten über Nacht auf dem Rastplatz haltgemacht, da die pakistanischen Behörden die Fuhrunternehmer angewiesen haben, den rund 18 Kilometer von Peschawar entfernten Khyber-Pass nur tagsüber und nur mit Sicherheitsbegleitung zu überqueren. Die 35 Kilometer lange Route durch die unruhigen Stammesgebiete über den Khyber-Pass ist eine der Hauptversorgungslinien für Afghanistan.

Schutzloser Nachschub

Extremisten in der Region haben wiederholt damit gedroht, die Versorgungslinie zu durchtrennen, was den Einsatz der ausländischen Truppen gegen die Aufständischen in Afghanistan stark behindern würde. Bereits am vergangenen Montag hatten Islamisten zwei Lastwagenfahrer auf dem selben Parkplatz bei Peschawar getötet und mindestens ein Dutzend Nachschubfahrzeuge zerstört. Der Konvoi wurde allen Anschein nicht von Militäreinheiten gesichert.

Am Samstag ist Afghanistan der 100. Soldat aus Kanada ums Leben gekommen. In der südafghanischen Unruheprovinz Kandahar wurden drei Kanadier durch einen Bombenanschlag getötet, als sie in ihrem gepanzerten Fahrzeug unterwegs waren, wie die kanadische Tageszeitung "Globe and Mail" berichtete. Zuletzt war Anfang September ein kanadischer Soldat von einer Autobombe ebenfalls im Süden des Landes getötet worden. Die drei Männer waren routinegemäß auf einer Patrouille 15 Kilometer westlich der Stadt Kandahar unterwegs - als Teil der eines Unterstützung- und Trainingsprogramms für afghanische Soldaten. In der Region zeigten die Taliban seit Juli wieder verstärkt Präsenz, hieß es.

DPA/AP