Anti-Terror-Einsatz in Florida "Größere Anschläge als die vom 11. September"


Nach der Festnahme mutmaßlicher Terroristen, die einen Anschlag auf dem Chicagoer Sears-Tower geplant haben sollen, hat das FBI erste Details veröffentlicht. Danach soll die al-Kaida-Gruppe einen "unfassenden Bodenkrieg" gegen die USA geplant haben.

Die amerikanischen Sicherheitsbehörden haben möglicherweise einen Terroranschlag auf den Sears Tower in Chicago vereitelt. Bei einer Razzia in Florida nahm die Bundespolizei sieben Verdächtige fest. Ihnen wird in einer nun veröffentlichten Anklageschrift Verschwörung mit dem Terrornetzwerk al Kaida zwecks Kriegführung gegen die Vereinigten Staaten vorgeworfen.

Eine der Verdächtigen, Narseal Batiste, soll laut Anklageschrift im November 2005 damit begonnen haben, die anderen sechs Männer anzuwerben und für Terroranschläge gegen die US-Regierung auszubilden. Um Geld und andere Unterstützung zu erhalten, hätten die Verschwörer Kontakt zu al Kaida aufgenommen und dem Terrornetzwerk einen Treueeid geschworen. Sie hätten auch einen Plan von al Kaida zur Zerstörung von Gebäuden der Bundeskriminalpolizei FBI unterstützt, heißt es in der Anklageschrift weiter.

Stiefel, Uniformen, Maschinengewehre und Bargeld

Batiste soll sich im Dezember 2005 mehrmals mit einem mutmaßlichen Kontaktmann von al Kaida getroffen und diesen für den Aufbau einer "Islamischen Armee" um Stiefel, Uniformen, Maschinengewehre und Bargeld in Höhe von 50.000 Dollar gebeten haben. Batiste soll der Anklage zufolge gesagt haben, er wolle mit seinen "Soldaten" den Sears Tower in Chicago in die Luft sprengen.

Im Februar 2006 habe Batiste dem al-Kaida-Kontaktmann gesagt, seine Gruppe wolle an einem Training des Terrornetzwerks teilnehmen und einen "umfassenden Bodenkrieg" gegen die Vereinigten Staaten beginnen. Batiste soll sich damit gebrüstet haben, dass seine Mission "genauso großartig oder noch größer" als die Anschläge vom 11. September 2001 seine würde. Die Verdächtigen wollten laut Anklage neben dem Sears Tower auch FBI-Gebäude in Miami und in anderen US-Städten in die Luft sprengen.

Bei den Razzien am Donnerstag durchsuchten die FBI-Beamten den Angaben zufolge unter anderem eine Lagerhalle in Miami. Anwohner berichteten, die festgenommenen Männer hätten sich selbst als Muslime bezeichnet und versucht, junge Leute für ihre Gruppe zu gewinnen. Sie hätten anscheinend seit etwa einem Jahr in der Gegend gelebt, in der Lagerhalle geschlafen und eine Art militärisches Trainingslager betrieben. Eine Frau berichtete, auf sie hätten die Mitglieder der Gruppe den Eindruck gemacht, als ob sie einer Gehirnwäsche unterzogen worden seien.

Sie haben "Soldaten", sind aber keine Terrororganisation

In einem Anruf beim Fernsehsender CNN erklärte ein Mann, der sich als Mitglied der Gruppe ausgab: "Wir sind friedlich." Die Mitglieder läsen die Bibel und hätten "Soldaten" in Chicago, bildeten aber keine Terrororganisation. Er nannte den Zusammenschluss "Meere Davids".

Die Betreiber des 435 Meter hohen Sears Tower, des höchsten Gebäudes der USA, erklärten, sie stünden in regelmäßigem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden. Diese hätten bislang immer versichert, es gebe keine ernst zu nehmende Bedrohung, "die über kriminelle Diskussionen" hinausgegangen sei, wie es in der Erklärung hieß.

Mark Sherman/AP AP

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