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Anwärterin auf Friedensnobelpreis: Malala will eines Tages Pakistan regieren

Sie ist 16 Jahre alt, wurde 2012 von den Taliban schwer verletzt und gilt als Anwärterin auf den Friedensnobelpreis: Malala hat feste Vorstellungen von ihrer Zukunft. Sie will Pakistan retten.

Die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai würde gerne Regierungschefin werden, um ihr Land zu retten. "Ich will Premierministerin Pakistans werden", sagte die 16-Jährige bei einem Interview mit der CNN-Moderatorin Christiane Amanpour am Donnerstag in New York. "Eigentlich wollte ich immer Ärztin werden. Aber ich glaube, als Politiker kann man noch mehr Menschen helfen", fügte die 16 Jahre alte Menschenrechtsaktivistin hinzu. "Als Arzt kann man nur einer begrenzten Gruppe Menschen helfen, als Politiker, wenn man es richtig macht, allen. Deshalb, ja, möchte ich Premierministerin meines Landes werden." Als Regierungschefin könnte sie ihr ganzes Land retten. Einen Großteil des Haushalts würde sie für Bildung ausgeben und sich der Außenpolitik widmen.

Attentäter der radikalislamischen Taliban hatten Malala am 9. Oktober vergangenen Jahres in ihrem heimatlichen Swat-Tal in den Kopf geschossen, weil sie in ihrem Internetblog Bildung auch für Mädchen gefordert hatte. Sie gilt als einer der Favoriten auf den diesjährigen Friedensnobelpreis, der voraussichtlich am späten Vormittag bekannt gegeben wird.

Malala lebt heute in Großbritannien

"Würde ich den Friedensnobelpreis gewinnen, wäre das eine solch große Ehre und mehr als ich verdiene", sagte Malala. Die Auszeichnung würde ihr helfen, eine Kampagne für die Bildung von Mädchen zu beginnen. Der wahre Preis wäre es, wenn alle Kinder unabhängig von Hautfarbe, Religion oder Geschlecht zur Schule gehen könnten, und dafür werde sie "kämpfen und hart arbeiten", versprach sie.

Den Taliban-Anschlag vor fast genau einem Jahr überlebte sie schwer verletzt und wurde zur Behandlung nach Großbritannien gebracht, wo sie seitdem mit ihrer Familie lebt. Trotz des Angriffs hat sie ihr Engagement aber nicht aufgegeben. Am Donnerstag gewann die Schülerin den renommierten Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europäischen Parlaments.

Die Verkündung des Friedensnobelpreises bildet heute den Abschluss des Nobelpreisreigens in dieser Woche. Seit Montag waren Preisträger in den Sparten Medizin, Physik, Chemie und Literatur bekannt gegeben worden. Der Literaturnobelpreis war am Donnerstag an die Kanadierin Alice Munro gegangen. Der Friedensnobelpreis wird als einzige der mit umgerechnet rund 920.000 Euro dotierten Auszeichnungen nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Dort wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, auch überreicht. 2012 hatte ihn die EU bekommen.

anb/DPA/AFP / DPA