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Arizona: Für Trumps Grenzmauer werden Indianergräber in die Luft gesprengt

Der Mauerbau an der Grenze zu Mexiko ist eines der wichtigsten Projekte Donald Trumps. Jetzt zieht das Vorhaben des US-Präsidenten den Zorn der Ureinwohner auf sich.

Donald Trump im bei der Besichtigung eines Abschnittes der Mauer an der Grenze zu Mexiko

Donald Trump im vergangenen Jahr bei der Besichtigung eines Abschnittes der Mauer an der Grenze zu Mexiko. Die Mauer gilt als eines seiner wichtigsten Wahlversprechen.

DPA

Donald Trumps Grenzmauer zu Mexiko ist ohnehin hoch umstritten – der Milliarden teure Bau, der die Vereinigten Staaten im Süden vor illegaler Einwanderung schützen soll, löst bei der Opposition und bei Menschenrechtlern regelmäßig Empörung aus. Viele sehen das Bauwerk als ein Monument des Rassismus und des Populismus. Die Empörung dürfte sich jetzt noch steigern, denn Presseberichten zufolge wurden für die Bauarbeiten archäologische Denkmäler in die Luft gejagt.

So seien Ureinwohner-Gräber in Arizona von Bauarbeitertrupps bei Detonationen zerstört worden, berichtet die BBC und beruft sich auf Informationen von örtlichen Abgeordneten und lokalen Stammeshäuptlingen. Behörden vor Ort hätten bestätigt, dass es in dem von der Unesco anerkannten Naturschutzgebiet "Organ Pipe Cactus National Monument" kontrollierte Sprengungen gegeben habe. Der Wüsten-Park hat seit 1937 den Status des "National Monument", also als Schutzgebiet. Er liegt ganz im Süden des US-Bundesstaates Arizona und ist unter anderem bekannt für seine riesigen Kakteen.

Fotos von Bauarbeiten an der Grenzmauer zeigen nun auch, dass eine Reihe dieser Kakteen zerstört wurden – was ebenfalls Wut in der indigenen Bevölkerung auslöst. Die Bauarbeitertrupps hätten uralte Wüstenpflanzen abgeholzt, die vom örtlichen Indianervolk der Tohono O’odham als die Verkörperung ihrer Vorfahren angesehen würden, wird der Politiker Raul Grijalva zitiert, der für die Demokraten im Kongress in Washington sitzt. "Zu sehen, wie sie gleichsam zu Dünger geschreddert werden, ist sehr verstörend", wird der Demokrat zitiert.

Uralte Indianergräber einfach in die Luft gesprengt

Die Zerstörung der uralten Grabstätten durch die Sprengungen nannte Raul Grijalva "gotteslästerlich". Die Regierung in Washington habe sich noch nicht einmal mit Vertretern der örtlichen indigenen Bevölkerung beraten, beklagt er.

Grijalva habe sich nach eigenen Angaben Anfang des Jahres bei einer Reise in der Gegend über die historischen Grabstätten informiert, schreibt die BBC. Dem Politiker sei dabei erklärt worden, dass die O'odham-Indianer dort einst Krieger des feindlichen Stammes der Apachen beerdigt hätten. "Was wir dort auf dem Monument Hill gesehen haben war, dass Menschen vom gegnerischen Stamm dort respektvoll begraben worden waren." Und das sei genau die Grabstätte, die Bauarbeiter jetzt für Trumps Mauer mit Dynamit in die Luft gejagt hätten.

Geplant sei, in dem Naturschutzgebiet in der Wüste ein knapp 70 Kilometer langes Mauerstück zu bauen in einer Höhe von neun Metern. Die Mauer muss fest im Boden verankert sein, damit sie stabil ist.

Trumps Mauer an der Grenze zu Mexiko musste in Teilen wieder abgerissen werden

Kritiker von Trumps Mauer sehen sich hier auch an eine Drohung des Präsidenten vom Januar erinnert. Damals hatte der US-Präsident öffentlich mit dem Gedanken gespielt, iranische Kulturgüter zerstören zu lassen, was weltweit einen Aufschrei ausgelöst hatte. Ihm war daraufhin vorgeworfen worden, offen mit einem Kriegsverbrechen zu drohen. "Erinnert Ihr Euch daran, als Trump dem Iran mit der Zerstörung von Kulturstaätten drohte?", twitterte Grijalva. "Sieht so aus, als hätte er sich Stätten ausgesucht, die dichter dran sind", so sein Tweet. "Um seine rassistische Mauer zu bauen, sprengt er Grabstätten der amerikanischen Ureinwohner in die Luft, ohne vorher mit den lokalen Stämmen zu sprechen".

Donald Trump kann mit der nationalen Sicherheit argumentieren

Laut dem Bericht hat Trump das Recht dabei auf seiner Seite. Ein spezielles Gesetz würde es ermöglichen, Verordnungen und Regeln auszuhebeln, wenn es um die nationale Sicherheit geht. Laut einem internen Bericht des Nationalparkverwaltung, aus dem die "Washington Post" zitiere, könnten die Pläne zum Bau der Mauer allein in der Gegend die Zerstörung von 22 archäologischen Denkmälern zu Folge haben, heißt es bei der BBC. Trump hatte in seinem Wahlkampf den Bau der Mauer versprochen und ist fest entschlossen diesen Plan durchzuziehen.

Schon früher hatten Naturschützer vor der Mauer gewarnt, unter anderem, weil Wildtiere in dem empfindlichen Ökosystem Wüste nicht mehr ungehindert wandern können. Andere Gegner der Mauer haben Angst, dass die Bautätigkeiten schlimme Folgen für das Grundwasser in der Gegend haben könnten.

Quellen: BBC, WBTV.com