Atomstreit Bush droht Nordkorea


US-Präsident Bush hat Nordkorea mit Konsequenzen gedroht, falls das Land Atomwaffen an Extremisten weitergebe. Militärische Aktionen sind offensichtlich jedoch nicht beabsichtigt. Südkoreanische Politiker und der Sender CNN befürchten drei bis vier weitere Atomtests.

Nordkorea plant einem südkoreanischen Parlamentsabgeordneten zufolge wahrscheinlich drei bis vier weitere Atomwaffentests. Darauf wiesen Erkenntnisse von Geheimdiensten verschiedener Länder hin, sagte der Oppositionspolitiker Chung Hyung Keun dem Radiosender SBS. Chung ist Mitglied im Geheimdienstausschuss des südkoreanischen Parlaments.

Auf dem Testgelände, auf dem der Norden in der vergangenen Woche seinen ersten atomaren Sprengsatz zündete, gebe es bereits Anzeichen für einen zweiten Test, sagte Chung. Laut Geheimdienstberichten seien 30 bis 40 Menschen in der gleichen Gegend gesehen worden, in der die unterirdische Explosion am 9. Oktober stattgefunden habe.

Bush droht Nordkorea

US-Präsident George W. Bush drohte unterdessen der nordkoreanischen Regierung mit schwerwiegenden Konsequenzen, falls sie Atomwaffen an den Iran oder an Extremisten weitergebe. Ein solcher Versuch würde als ernste Bedrohung für die Sicherheit der USA verstanden, sagte Bush dem Fernsehsender ABC News.

US-Außenministerin Condoleezza Rice traf in Tokio mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zusammen. Beide einigten sich dabei laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo auf weitere Gespräche über gemeinsame Inspektionen nordkoreanischer Schiffe, wie sie die UN-Resolution vorsieht.

Vor ihrer Weiterreise nach Südkorea warnte Rice in Tokio, dass für den Fall eines zweiten Atomtests in Nordkorea weitere Maßnahmen gegen das stalinistische Regime nicht ausgeschlossen seien. Sie machte japanischen Medien zufolge zugleich deutlich, dass keine militärischen Aktionen beabsichtigt seien. Japanische Medien hatten zuvor den US-Sender CNN zitiert, wonach Nordkorea angeblich China darüber informiert habe, für bis zu drei weitere Nukleartests bereit zu sein.

Südkorea verschärft Kontrollen

Neben den Gesprächen mit der Regierung in Seoul sollen die Beratungen am Abend über eine gemeinsame Strategie im Atomstreit bei einem Dreier-Treffen zwischen der US-Außenministerin und ihrem südkoreanischen Kollegen und künftigen UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie dem japanischen Außenminister Taro Aso fortgesetzt werden. Rice wird auch noch China und Russland besuchen.

Im Einklang mit der Resolution kündigte Südkorea eine Verschärfung seiner Kontrollen von Schiffslieferungen nach Nordkorea an. Die Regierung wolle auch ihre Liste von Produkten überarbeiten, die in den Norden geliefert werden dürften, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap. Außerdem werde Seoul seine Subventionen für ein gemeinsames Tourismusprojekt mit Pjöngjang einstellen, das seit 1998 laufe. Die südkoreanischen Behörden wollten den Bericht zunächst nicht bestätigen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte wegen des ersten Tests Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Die kommunistische Führung in Pjöngjang wies dies als gleichbedeutend mit einer Kriegserklärung zurück.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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