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Bagdad: Bombenserie erschüttert Luxushotels

Bagdad ist einmal mehr Schauplatz eines verheerenden Terroranschlags geworden: Innerhalb weniger Minuten explodierten drei Bomben vor Luxushotels, es gab Dutzende Tote und Verletzte.

Bei einer Serie von heftigen Explosionen im Hotelviertel von Bagdad sind am Montag nach Polizeiangaben mindestens 36 Menschen getötet und 71 weitere verletzt worden. Das Innenministerium erklärte, die Angriffe hätten sich gezielt gegen internationale Hotels gerichtet, sie wurden nach Angaben von General Kassim Atta alle von Selbstmordattentätern verübt.

Drei schwere Explosionen erschütterten das Stadtzentrum im Abstand von wenigen Minuten. Die erste Detonation ereignete sich um 15.40 Uhr Ortszeit in der Nähe des Sheraton-Hotels. Die beiden weiteren Explosionen betrafen die Umgebung des Babylon-Hotels und des Al-Hamra-Hotels, wo viele westliche Journalisten wohnen. Das Viertel liegt gegenüber dem stark gesicherten Regierungsviertel, der sogenannten Grünen Zone.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass die Bombenschutz-Mauern vor dem Sheraton wie Domino-Steine umgefallen waren. Das Hotel war jahrelang nicht mehr als solches genutzt worden. Zahlreiche Unternehmen und Korrespondenten haben ihre Büros dort eingerichtet. Seit dem vergangenen Jahr wird es aber auch von Anbietern von Abenteuerreisen gebucht.

Parlamentswahlen werfen Schatten voraus

Die irakische Hauptstadt war im vergangenen Jahr wiederholt Schauplatz verheerender Terroranschläge. So starben am 8. Dezember rund 120 Menschen, als Terroristen fünf große Bomben neben öffentlichen Gebäuden zündeten. Im August waren durch eine Bombenserie im Regierungsviertel von Bagdad rund 100 Menschen ums Leben gekommen. Im Oktober starben 153 Iraker, als kurz hintereinander neben dem Justizministerium und dem Gebäude des Provinzrates Bomben explodierten. Für den 7. März sind im Irak Parlamentswahlen geplant. Es gibt weit verbreitete Befürchtungen, dass Aufständische im Vorfeld der Wahl verstärkt Anschläge verüben könnten.

AFP/APN/Reuters/DPA / DPA / Reuters