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Belastete Beziehung: Peking strebt einen Neuanfang mit Washington an

China hat die USA erneut für die Misstöne im Verhältnis zwischen beiden Ländern verantwortlich gemacht, aber gleichzeitig Bemühungen um einen Neuanfang angeregt.

China hat die USA erneut für die Misstöne im Verhältnis zwischen beiden Ländern verantwortlich gemacht, aber gleichzeitig Bemühungen um einen Neuanfang angeregt. Die USA sollten "richtig" mit den sensiblen Problemen umgehen, sagte Chinas Außenminister Yang Jiechi am Sonntag am Rande der Sitzung des Nationalen Volkskongresses in Peking vor Journalisten. Außerdem sollten sie mit den Chinesen zusammenarbeiten, um die Beziehungen auf einen "Weg der stabilen Entwicklung" zurückzuführen. Ein einträchtiges Verhältnis sei nicht nur im Interesse beider Länder, sondern der ganzen Welt.

Die Beziehungen zwischen China und den USA sind seit Wochen belastet, unter anderem weil US-Präsident Barack Obama im Februar den Dalai Lama in Washington empfing. China wirft dem im Exil lebenden geistlichen Oberhaupt der Tibeter vor, auf eine Abspaltung Tibets von China hinzuarbeiten. Außerdem sorgte ein geplanter Waffenverkauf der USA an Taiwan für Unmut in Peking. China sieht die Insel als abtrünnige Provinz. Yang forderte Washington nun zu "glaubwürdigen Schritten" auf, um die Beziehungen wieder zu verbessern.

Yang sprach sich auch für weitere Gespräche mit dem Iran aus, um den Streit über dessen umstrittenes Atomprogramm beizulegen. Bei den Verhandlungen gebe es zurzeit "einige Schwierigkeiten", räumte der Außenminister ein. Die diplomatischen Bemühungen seien aber noch nicht ausgeschöpft. "Druck und Sanktionen" führten zudem zu keiner endgültigen Lösung.

Die USA verdächtigen den Iran, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Der Westen setzt sich daher für weitere UN-Sanktionen gegen Teheran ein. Die Veto-Macht China sperrte sich zuletzt aber gegen eine Verschärfung der Strafmaßnahmen durch den UN-Sicherheitsrat. Der Iran weist die Vorwürfe zurück und versichert stets den zivilen Charakter seines Atomprogramms.

AFP / AFP