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Beratungen über Sanktionen Syrische Regierungstruppen töten Kind bei Protesten


Die Arabische Liga berät am Sonntag über Sanktionen gegen Syriens Führung. Das syrische Regime lässt sich von den drohenden Maßnahmen scheinbar nicht beeindrucken: Drei Zivilisten, unter ihnen ein Kind, wurden nach Angaben von Oppositionellen bei Protesten in Homs getötet.

Das syrische Regime muss wegen der blutigen Niederschlagung der Protestbewegung nun auch mit schmerzhaften Sanktionen der arabischen Staaten rechnen. Die ersten Außenminister der Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga trafen am Sonntag in Kairo ein, wo sie am Nachmittag einen Strafenkatalog beschließen wollen. An dem Treffen soll auch der türkische Außenminister Ahmed Davutoglu teilnehmen.

Zu den erwarteten Strafmaßnahmen gehören ein Reiseverbot für Regierungsmitglieder sowie die Aussetzung von Handelsbeziehungen. Damit will die Arabische Liga Syriens Präsident Baschar al Assad zu einem Ende der Gewalt gegen friedliche Demonstranten bewegen.

Bei einem vorbereitenden Treffen hatte die Wirtschaftsminister der Organisation am Samstag beschlossen, eine Liste mit Namen von syrischen Regierungsmitgliedern zu erstellen, die nicht mehr über arabische Flughäfen reisen dürfen.

Kind stirbt bei Protesten

Zu den geplanten Wirtschaftssanktionen gehören der Stopp des Handels mit der syrischen Zentralbank und von Flügen der staatlichen syrischen Fluggesellschaft in die Mitgliedsstaaten der Liga. Außerdem sollen die Guthaben von syrischen Regierungsmitgliedern in arabischen Ländern eingefroren und arabische Investitionen aus Syrien abgezogen werden.

Das syrische Regime hatte am Freitag auch das letzte Ultimatum der Arabischen Liga verstreichen lassen. Die Führung in Damaskus weigerte sich, 500 Beobachter ins Land zu lassen. Diese sollten den Abzug von Soldaten aus den Städten überwachen und Menschenrechtsverletzungen dokumentieren.

Trotz der drohenden Sanktionen der Arabischen Liga geht das Blutvergießen in Syrien weiter. Drei Zivilisten wurden nach Angaben von Oppositionellen am Sonntag von Regierungstruppen in der Protesthochburg Homs getötet, unter ihnen auch ein Kind.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London berichtete derweil von heftigen Zusammenstößen zwischen Deserteuren aus der syrischen Armee und Soldaten des Regimes von Präsident Baschar al-Assad im Süden des Landes. Die "Freie Syrische Armee" der Deserteure wird der Regierung offenbar immer gefährlicher. Aufgrund einer Medienblockade der Regierung lassen sich Berichte aus Syrien nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

kave/DPA DPA

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