Bundeswehr in Afghanistan Westerwelle blockiert Truppenaufstockung


Guido Westerwelle gräbt sich ein: Beim Thema Afghanistan ist es offenbar ausgerechnet der deutsche Außenminister, der alle Vorschläge über eine Aufstockung der Bundeswehr-Truppen abblockt. Bereits zweimal legte er laut einem Zeitungsbericht sein Veto ein.

Die regierungsinternen Gespräche über ein deutsches Angebot zur Truppenaufstockung in Afghanistan sind laut einem Zeitungsbericht zum Stillstand gekommen. Alle Vorschläge zur Aufstockung und Erweiterung der Mandatsaufgaben für Afghanistan scheiterten derzeit am Widerstand des Vizekanzlers und Bundesaußenministers Guido Westerwelle (FDP), berichtete die "Leipziger Volkszeitung" am Dienstag unter Berufung auf einen Regierungsvertreter. Westerwelle habe es bereits bei zwei Gesprächsrunden des Afghanistan-Entscheidungskreises bei der Bundeskanzlerin abgelehnt, sein Ja zu einer Verstärkung der deutschen Kampfeinheiten in Afghanistan zu geben.

Laut "Leipziger Volkszeitung" wird in Kreisen der Verteidigungspolitik nach einem Ausweg aus dieser momentanen Gesprächsblockade gesucht. Ende des Monats findet in London eine internationale Afghanistan-Konferenz statt. Die USA drängen ihre Verbündeten und damit auch Deutschland, auf der Zusammenkunft die Entsendung von weiteren Soldaten zuzusagen.

Militärexperten der Bundeswehr erarbeiten laut "Leipziger Volkszeitung" derzeit ein neues Ausbildungskonzept für afghanische Sicherheitskräfte. Danach werde geprüft, wie Ausbildungsfähigkeiten der Bundeswehr mit Kampffähigkeiten der Sicherheitskräfte in Afghanistan in Verbindung zu bringen seien. Als denkbar gilt offenbar ein bisher von der Bundeswehr nicht praktiziertes Prinzip, wonach die Ausbildung im konkreten Einsatz außerhalb der Kasernengelände erfolgen könnte. Dies solle auch die Grundlage der weiteren Feldjäger-Arbeit in Afghanistan sein.

DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker