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US-Präsident und die Cohen-Aussagen: Medien: Trump war bei Treffen zu Schweigegeldzahlungen selbst dabei

US-Präsident Donald Trump soll an dem Treffen teilgenommen haben, bei dem über mögliche Schweigegeldzahlungen diskutiert wurde. Der Präsident wiederum sagt: "Ich habe Cohen nie angewiesen, gegen das Gesetz zu verstoßen".

Donald Trump soll bei einem Treffen dabei gewesen sein, dass die Staatsanwaltschaft beschäftigt

Ermittlungen und kein Ende in Sicht: US-Präsident Donald Trump

AFP

Ein Bericht könnte den US-Präsidenten in Erklärungsnot bringen. Dem US-Sender CNN zufolge, unter Berufung auf eine "mit der Angelegenheit vertrauten Quelle", soll Donald Trump an dem Treffen teilgenommen haben, dessen Thematik derzeit die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Auch das "Wall Street Journal" hatte bereits darüber berichtet, dass Trump selbst dabei gewesen sein soll.

Trumps mittlerweile verurteilter Ex-Anwalt Michael Cohen und der Verleger David Pecker hatten sich nach Gerichtsinformationen bei dem Treffen 2015 beraten, wie man Trump vor unliebsamer Berichterstattung schützen könnte. Wie mittlerweile bekannt ist, wurde zu einem späteren Zeitpunkt (zum Teil indirekt) Schweigegeld an zwei Frauen gezahlt. Beide haben angeben, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben. Trump bestreitet das. In einem der Geldflüsse sieht die Staatsanwaltschaft illegale Wahlkampfbeihilfen.

Schweigegeldzahlungen an angebliche Affären von Donald Trump

Am vergangenen Mittwoch wurde Trumps früherer persönlicher Anwalt Michael Cohen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Er war unter anderem wegen Zahlung illegaler Wahlkampfbeihilfen, wegen Falschaussagen vor dem Kongress und wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Cohen kooperiert mit dem FBI-Sonderermittler Robert Mueller, der untersucht, ob es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen des Trump-Lagers mit Vertretern Russlands gegeben hat. Unabhängig von den Russland-Ermittlungen gab Cohen zu, 130.000 Dollar Schweigegeld an die Ex-Porno-Darstellerin Stormy Daniels gezahlt zu haben. Er räumte außerdem ein, dem Playmate Karen McDougal weitere 150.000 Dollar Schweigegeld zukommen gelassen zu haben - und zwar über den Medienverlag AMI

Die Zahlungen wurden im August (Karen McDougal) und Oktober 2016 (Stormy Daniels), also unmittelbar während des Wahlkampfs um die US-Präsidentschaft getätigt.

Bei der Gerichtsverhandlung sei das Treffen von August 2015 ebenfalls Gegenstand gewesen, so CNN. In einem Dokument der Staatsanwaltschaft heiße es, an dem Treffen hätten Cohen, Pecker und "eine oder weitere Mitglieder der Kampagne" teilgenommen. Bei dem Treffen habe AMI-Anwalt Pecker seine Hilfe angeboten, negative Berichterstattung "über die Beziehungen mit Frauen des Präsidentschaftskandidaten" zu vermeiden.

Verlag räumt ein, Schweigegeld gezahlt zu haben, um Bericht zu verhindern

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Cohen in beiden Fällen "in Abstimmung mit und unter Federführung von" Trump gehandelt habe. Cohen sei es darum gegangen, "die Präsidentenwahl 2016 zu beeinflussen".

Trump weist jedwedes Fehlverhalten von sich. Nach der Haftstrafe für seinen früheren Anwalt Cohen dementierte er: "Ich habe Michael Cohen nie angewiesen, gegen das Gesetz zu verstoßen."

Am Mittwoch teilte die Staatsanwaltschaft mit, sie habe mit AMI, wo das Boulevardblatt "National Enquirer" herausgegeben wird, eine Vereinbarung erzielt. Der Verlag habe zugegeben, die 150.000 Dollar an McDougal gezahlt zu haben. Ziel sei gewesen, die Geschichte McDougals zu unterdrücken, damit sie keine schädlichen Anschuldigungen gegen den damaligen Kandidaten erhebe. Die Staatsanwaltschaft sicherte AMI im Gegenzug zu, kein Verfahren zur Strafverfolgung gegen den Verlag einzuleiten. 

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fs / Mit Material der DPA / DPA