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Die Epoche Mubarak: Vom Kriegshelden zum Unterdrücker

Präsident Husni Mubarak galt in Ägypten lange als Kriegsheld - und bei seinen internationalen Partnern als Garant der Stabilität im Nahen Osten. Zugleich stand er jedoch wegen der Unterdrückung der Opposition zuletzt zunehmend in der Kritik.

Mit dem Rücktritt von Husni Mubarak nach 30 Jahren im Amt ist für Ägypten am Freitag eine Epoche zu Ende gegangen. stern.de dokumentiert Aufstieg und Fall des Despoten vom Nil.

1981: Eine Woche nach der Ermordung von Präsident Anwar el Sadat durch Islamisten im Oktober wird Luftwaffenkommandeur und Vizepräsident Mubarak zum neuen Staatschef gewählt.

1982:

Infolge des Friedensvertrags mit Ägypten vom März 1979 ziehen sich im April die israelischen Streitkräfte fast ganz von der Sinai-Halbinsel zurück.

1987:

Im Oktober wird Mubarak in einer Volksabstimmung für weitere sechs Jahre in seinem Amt bestätigt. Gegenkandidaten gibt es keine.

1993:

Mubarak wird im Oktober erneut als Präsident bestätigt.

1995:

Der Präsident entgeht im Juni in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba einem Attentat der islamistischen Dschamaa Islamija.

1997:

Im November sterben bei einem Attentat der Dschamaa Islamija in den Ausgrabungsstätten von Luxor 68 Menschen, unter ihnen 58 ausländische Touristen.

1999:

Mubarak wird im September bei einem Attentat in Port Said verletzt. Im Oktober wird er erneut in seinem Amt bestätigt.

2003:

In Kairo demonstrieren im Februar 140.000 Menschen gegen die USA und den bevorstehenden Einmarsch im Irak. Im September kündigt Mubarak unter dem Einfluss seines Sohnes Gamal demokratische Reformen an.

2005:

Im Juli sterben bei Anschlägen im Badeort Scharm el Scheich am Roten Meer 68 Menschen, unter ihnen zahlreiche Touristen. Mubarak gewinnt im September die erste Präsidentschaftswahl mit mehreren Kandidaten, im November erringen die Kandidaten der verbotenen islamistischen Muslimbrüder bei den Parlamentswahlen einen historischen Erfolg.

2007:

In einem Referendum werden im März mehrere Verfassungsänderungen verabschiedet.

2009:

Scharm el Scheich ist im Januar einmal mehr Ort eines Gipfeltreffens zum Nahostkonflikt. Mubarak bemüht sich auch in den folgenden Monaten als Vermittler. Unterdessen formiert sich zunehmend Widerstand gegen den Versuch Mubaraks, seinen Sohn Gamal als Nachfolger zu positionieren.

2010:

Mubarak wird im März in Heidelberg an der Gallenblase operiert. Im September demonstrieren Tausende vor dem Parlament gegen Mubarak und seinen Sohn Gamal. Die Parlamentswahlen im November werden von den größten Oppositionsparteien boykottiert. In der Silvesternacht sterben bei einem Anschlag auf eine koptische Kirche in Alexandria 21 Menschen.

2011:

Nach einer fast dreiwöchigen Protestwelle mit rund 300 Toten gibt Mubarak am 11. Februar dem Druck nach und tritt zurück. Auf dem Tahrir-Platz in der Hauptstadt Kairo brechen hunderttausende Menschen in Jubel aus.

kng/AFP / AFP