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DJERBA: Zwei Deutsche bei Explosion getötet

Auch einen Tag nach der Explosion eines Gastankwagens auf Djerba herrscht Unklarheit über die Ursache des Unglücks. Unterdessen wurde bestätigt, dass zwei Deutsche Urlauberinnen ums Leben kamen.

Unter den Toten der Explosion an einer Synagoge auf der tunesischen Ferieninsel Djerba sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes zwei deutsche Urlauberinnen. Sie stammten aus Baden-Württemberg und Bayern. Es sei zu befürchten, dass unter den noch nicht identifizierten Toten weitere Deutsche seien, sagte ein Sprecher in Berlin. Unter den Verletzten befänden sich insgesamt 27 Deutsche. Sie seien in Krankenhäuser nach Sousse und Tunis gebracht worden.

Zwei deutsche unter Todesopfern

Bei der Toten aus Baden-Württemberg handelt es sich nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart um eine 59-jährige Frau aus Heilbronn. Nähere Angaben zum Wohnort der zweiten identifizierten Toten machte das Auswärtige Amt nicht. Angehörige können unter der Nummer 030/5000-0 weitere Informationen erhalten.

Opfer mit TUI-Reisebus unterwegs

Nach Angaben des Reiseveranstalters TUI waren die Opfer in einem Bus zu einer Inselrundfahrt unterwegs. Zum Zeitpunkt des Unglücks habe der Bus in unmittelbarer Nähe des Explosionsortes gestanden, teilte das Unternehmen in Hannover mit. Die 45 Urlauber in dem Bus stammten aus Baden-Württemberg (2), Bayern (2), Berlin (3), Hamburg (2), Hessen (2), Niedersachsen (9), Nordrhein-Westfalen (11), Rheinland-Pfalz (3) und Schleswig-Holstein (11). Die Ärzte prüften derzeit, ob die Verletzten nach Deutschland verlegt werden könnten. Im Laufe des Tages flögen die ersten Angehörigen aus Deutschland nach Tunesien.

Anschlag oder Unfall?

Über die Hintergründe der Explosion herrscht nach wie vor Unklarheit. Tunesische Medien berichteten, der Fahrer des Lastwagens und vier weitere Menschen seien bei dem Unglück ums Leben gekommen. Der Präsident der örtlichen jüdischen Gemeinde, Perez Trabelsi, betonte, es handele sich um einen »gewöhnlichen Unfall, der nicht mit den Nahost-Ereignissen in Zusammenhang steht«. Dagegen hieß es im israelischen Außenministerium, es sei ein Terrorakt gewesen. Nach Darstellung der tunesischen Nachrichtenagentur TAP hatte der Gastankwagen zunächst den Bürgersteig gestreift und war dann in die Umfassungsmauer der Synagoge gerast.