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Twitter-Tirade: Demokratischer Senator tritt bei Fox News auf – und Trump geht an die Decke

Angesichts des steigenden Drucks auf Donald Trump im Impeachmentverfahren scheint das Nervenkostüm des US-Präsidenten dünner zu werden. Jetzt hat der Republikaner sogar seinen Lieblingssender Fox News attackiert, weil dort ein Demokrat auftrat.

Donald Trump und John Bolton

US-Präsident Donald Trump steht im Amtsenthebungsverfahren immer stärker unter Druck. Nachdem sein ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton in einem Buchmanuskript den zentralen Vorwurf der Demokraten bestätigte, Trump habe das Zurückhalten von Militärhilfe für die Ukraine genutzt, um Kiew zu Ermittlungen gegen seinen politischen Rivalen Joe Biden zu drängen, sind jetzt Zeugenvernehmungen in dem Prozess deutlich wahrscheinlicher geworden.

Donald Trump wettert gegen Fox News

Es gebe im Senat momentan keine ausreichende Mehrheit, das Ansinnen der Demokraten, Zeugen vorzuladen, zu blockieren, sagte der Mehrheitsführer der Republikaner, Mitch McConnell, US-Medienberichten zufolge bei einem vertraulichen Treffen mit republikanischen Senatoren. Zwar soll McConnell nicht ausgeschlossen haben, bis zur Abstimmung darüber am Freitag noch die nötige Mehrheit von 51 Stimmen zu erreichen, dennoch scheint Trump die wachsende Bedrängnis so zuzusetzen, dass er am Dienstagnachmittag (Ortszeit) sogar seinen konservativen Haus- und Hofsender Fox News attackierte, weil dieser einem Demokraten gestattet hatte, ihn zu kritisieren.

"Wirklich erbärmlich, wie @FoxNews versucht, politisch korrekt zu sein, indem es Demokraten wie Chris Van Hollen, dem namenlosen Senator aus Maryland, über den Äther schickt. Er hat den Amtsenthebungsschwindel immer wieder hochgespielt [...]", wetterte der US-Präsident

Trumps Twitter-Tirade bezog sich auf den Auftritt des demokratischen Senators Chris Van Hollen in der Fox-News-Sendung "Amerca's Newsroom". Van Hollen hatte dort die Vernehmung Boltons im Impeachmentprozess gefordert und gesagt, die Enthüllungen aus dem Buch des ehemaligen nationalen Sicherheitsberaters machten es "unmöglich", dass Senatoren, die behaupten, sie würden "die Wahrheit suchen", ihn nicht als Zeugen aufrufen.

"... Also, was zum Teufel ist mit @FoxNews passiert?", echauffierte sich Trump deshalb auf Twitter. Der immer mal wieder Trump-kritische Fox-Moderator Chris Wallace und andere sollten für die "Fake-News-Sender CNN oder MSNBC" arbeiten, forderte der US-Präsident. "Passt auf, dies wird der Anfang vom Ende für Fox sein, genau wie bei den anderen beiden, deren Einschaltquoten einbrechen, prognostizierte Trump. "Social Media ist großartig!"

Bei Chris Van Hollen blieb Trumps Attacke nicht unbemerkt. Ironisch konterte der Senator via Twitter: "Schön, dass Sie eingeschaltet haben, Herr Präsident. Da ich nun Ihre Aufmerksamkeit habe, wie wäre es, wenn Sie in den Senat kommen und unter Strafandrohung wegen Meineides Ihre Seite der Geschichte vortragen würden?"

Später legte Van Hollen nach, postete ein Video seines Fox-News-Auftritts und fragte Trump: "Ich glaube, dass alle Amerikaner die Wahrheit verdienen, unabhängig von der politischen Partei oder dem Kabelkanal, den sie sich anschauen. Lassen Sie mich wissen, mit welchen Fakten aus meinem Fox-Interview Sie nicht einverstanden sind @realDonaldTrump. Wollen Sie nicht die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit?"

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump sauer reagiert, wenn sein Lieblingssender negative Nachrichten über ihn verbreitet. Als Fox News im vergangenen Juni von den schlechten Umfragewerten des US-Präsidenten berichtete, warf dieser dem Sender die Verbreitung von Falschnachrichten vorModerator Bret Baier wehrte sich damals gegen Trump und erklärte: "Herr Präsident, wir berichten fair und furchtlos".

Quellen: Fox News, "Second Nexus", Twitter