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Unabhängigkeitstag Trumps düstere Botschaft: Eine "gnadenlose Kampagne zur Auslöschung unserer Geschichte"

Sehen Sie im Video: Trump attackiert Denkmalstürmer und Anti-Rassismus-Demonstranten am Nationalfeiertag. US-Präsident Donald Trump hat sich am Vortag des Nationalfeiertags medienwirksam in inszeniert, indem er am Mount Rushmore vor Tausenden Anhängern sprach. Dabei nannte er Menschen die gegen die Diskriminierung von Afroamerikanern demonstrieren einen „wütenden Mob". Sie würden versuchen die Geschichte der Nation auszulöschen, indem sie Statuen von historischen Persönlichkeiten aus der Sklavenzeit niederreißen. Trump nannte die Bewegung einen „neuen linken Faschismus", und sagte, Kindern werde in der Schule beigebracht, ihr eigenes Land zu hassen. Die Feierlichkeit stand im Widerspruch zu den Warnungen öffentlicher Gesundheitsbehörden, die im Kampf gegen die Corona-Pandemie davor warnten, an großen Versammlungen teilzunehmen. Zu Trumps Rede drängten sich Tausende Menschen, von denen nur wenige eine Gesichtsmaske trugen. Dabei steigen die Infektionszahlen in den USA weiterhin drastisch an, allein am Freitag verzeichneten sieben Bundesstaaten Rekordzahlen neuer Covid-19 Fälle. Zudem wurde bekannt, dass das Virus auch den inneren Kreis des Präsidenten erreicht hat. Kimberly Guilfoyle soll laut Aussage eines Trump-Mitarbeiters positiv getestet worden sein, bevor sie an der Veranstaltung am Freitag teilnahm. Guilfoyle hat eine wichtige Position in Trumps Wahlkampfkampagne und ist mit Donald Trump Jr liiert, der allerdings negativ getestet worden sein soll. Die Veranstaltung fand am geschichtsträchtigen Mount Rushmore statt, in dem die Portraits ehemaliger Präsidenten verewigt sind. Zum Abschluss wurde ein Feuerwerk gezündet, worauf seit Jahren aus Umweltgründen verzichtet worden war. Für die indigene Bevölkerung sind die Black Hills eine Heilige Stätt. Zahlreiche Native Americans wurden vor der Veranstaltung festgenommen, weil sie versucht hatten eine Zufahrtsstraße zu blockieren.
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US-Präsident Trump wird immer wieder vorgeworfen, das Land in der Krise zu spalten statt zu einen. Zum Unabhängigkeitstag - vier Monate vor der Wahl - wählt er eine besonders polarisierende Botschaft.

US-Präsident Donald Trump hat eine Rede zum Unabhängigkeitstag der USA für eine düstere, polarisierende Botschaft genutzt. Es sei eine "gnadenlose Kampagne zur Auslöschung unserer Geschichte" im Gange, sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit). Sorgen vor neuen Coronavirus-Ansteckungen zum Trotz nahm Trump an der Veranstaltung vor beeindruckender Kulisse teil: Über der Bühne thronte das monumentale Nationaldenkmal von Mount Rushmore - der Gebirgsfels mit den in Stein gemeißelten Köpfen von vier Ex-Präsidenten. Mehrere Tausend Menschen waren nach Angaben der Gouverneurin aus allen Teilen des Landes nach South Dakota gekommen, wo der Abend mit Feuerwerk endete.

Der Unabhängigkeitstag am 4. Juli steht in diesem Jahr unter dem Eindruck der sich zuspitzenden Corona-Pandemie und landesweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd. Obwohl die USA in den vergangenen Tagen mehrmals in Folge ihre eigenen dramatischen Rekorde bei der Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden brachen, ließ Trump die Krise weitgehend außer Acht. Es waren die Proteste, die eine Debatte über die Erinnerungskultur des Landes entfacht haben, die ihm den Stoff für die Rede lieferten.

Trump warf dem linken Flügel des politischen Spektrums vor, in den Städten des Landes eine "Welle von Gewaltverbrechen" auslösen zu wollen. Unter dem "Banner der sozialen Gerechtigkeit" werde versucht, sowohl die Gerechtigkeit als auch die Gesellschaft zu zerstören. "Wütende Mobs" versuchten, Statuen der Gründerväter der USA zu Fall zu bringen. Das "starke und stolze" amerikanische Volk werde aber nicht erlauben, ihm die Geschichte und Kultur zu nehmen. Der Angriff auf die "großartige Freiheit muss gestoppt werden und wird sehr schnell gestoppt werden", sagte Trump. 

Trumps Anschuldigungen gegen Teilnehmer an den Protesten sind nicht neu - am Mount Rushmore ließ er sie aber in geballter Form los. In mehreren Städten waren bei Protesten Statuen gestürzt worden, die historische Figuren darstellen, die in Verbindung mit Rassismus gebracht werden. Die US-Demokraten wollen aus dem Kongress umstrittene Statuen verbannen. Auch wurden Forderungen zur Umbenennung einiger Militärstützpunkte laut, die an Anführer der Konföderierten Staaten im amerikanischen Bürgerkrieg erinnern. Trump wehrt sich gegen all dies - die überlebensgroßen Porträtköpfe der Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln gaben seiner Botschaft den scheinbar passenden Rahmen. 

Unabhängigkeitstag: Trumps düstere Botschaft: Eine "gnadenlose Kampagne zur Auslöschung unserer Geschichte"
© Alex Brandon / AP / DPA

Wahlkampfveranstaltung zum 4. Juli

Die Stimmung bei der Veranstaltung zum Auftakt der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli glich einem Wahlkampfevent des Präsidenten. Zwischenrufe wie "Wir lieben dich, Präsident Trump" waren zu hören. Und seine Rede schien genau darauf ausgelegt zu sein. Aus den USA solle ein Ort der "Unterdrückung, Herrschaft und Ausgrenzung" gemacht werden. "Sie wollen uns zum Schweigen bringen, aber wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen", sagte Trump. Er dagegen trete für das Erbe des Landes, die Vollstreckung von Gesetzen und das Recht auf Waffenbesitz ein.

Sehen Sie im Video: Nach Vorwürfen der "New York Times" – Joe Biden kritisiert Donald Trump. Der Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei in den USA, Joseph genannt "Joe" Biden, hat die Präsidentschaft von Donald Trump ein Geschenk genannt, und zwar für den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Anlass der Äußerungen von Biden sind Veröffentlichungen vor allem der Zeitung "New York Times", die Trump vorwerfen, er wisse durch Geheimdienstinformationen seit längerem davon, dass russische Kreise Ressourcen dafür aufwendeten, in Afghanistan Extremisten dazu zu bringen, Anschläge auf US-Truppen und deren Verbündete zu verüben. Das russische Außenministerium wies diese Vorwürfe zurück.
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Der Republikaner will bei der Wahl in vier Monaten für eine zweite Amtszeit antreten - und er steht unter Druck. Umfragen sehen den designierten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Joe Biden, in Führung. 

Bei den Umfragen ist Vorsicht geboten, wie die Wahl 2016 zeigte. Doch Trump sieht sich nicht nur Kritik wegen seines Umgangs mit der Corona-Krise ausgesetzt, in der sein Augenmerk vor allem auf der Wirtschaft liegt. Nach dem Tod von Floyd wurde Trump vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und nicht genug Verständnis für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit im Land zu zeigen. Das Verständnis für friedliche Proteste ist Umfragen zufolge hoch. 

Die Proteste werden auch Teil des diesjährigen Unabhängigkeitstages sein: Für Samstag sind in der Hauptstadt Washington mehrere Demonstrationszüge angekündigt. Am Abend (18.00 Uhr Ortszeit/00.00 MESZ) will Trump im Weißen Haus eine weitere Ansprache zum 4. Juli halten. Im Anschluss sollen die Feierlichkeiten auf der National Mall - einer Promenade zwischen dem Parlamentsgebäude und dem Lincoln Memorial - beginnen, Höhepunkt ist ein Feuerwerk am Abend. Bürgermeisterin Muriel Bowser hatte beklagt, dass die Feierlichkeiten mitten in der Corona-Pandemie im Widerspruch zu den Richtlinien der Gesundheitsexperten stünden. 

Trump würde die Corona-Pandemie am liebsten für beendet erklären - was auch bei seiner Rede am Mount Rushmore deutlich wurde. Zu Beginn sprach er "das Virus" an, aber nicht die mehr als 50 000 Neuinfektionen, die in den vergangenen Tagen jeweils binnen 24 Stunden verzeichnet werden. Auch den Schmerz über die fast 130 000 Toten, die die USA seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung zu beklagen haben, bedachte er nicht. 

Stattdessen sagte Trump vor dicht gedrängten Zuschauern, die größtenteils keine Schutzmaske trugen, die USA seien das "großartigste Land in der Geschichte der Welt" und dass es "bald" großartiger als je zuvor sein werde.

DPA

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