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US-Präsident auf Fox News Flugzeug voller Gangster, dunkle Mächte und ein extremer Vergleich: Trump gibt bizarres Interview

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump
© Mandel Ngan / AFP
US-Präsident Donald Trump hat mal wieder seinem Haussender Fox News ein Fernsehinterview gegeben. Doch was er sagte, irritierte selbst seine erzkonservative Fragestellerin.

Laura Ingraham ist eine der größten Anhängerinnen von Donald Trump, die der US-Nachrichtensender Fox News aufzubieten hat. In ihrer Show "The Ingraham Angle" verteidigt sie den Präsidenten nahezu bedingungslos und zieht regelmäßig über dessen Gegner her. Doch was Trump ihr jetzt erzählte, irritierte offenbar selbst die ultrakonservative Nachrichtenmoderatorin so sehr, dass sie mehrmals nachhaken musste.

Biden wird laut Trump von Schattenmächten gelenkt

In einem längeren Interview, das am Montagabend auf Trumps Haussender ausgestrahlt wurde, behauptete der Präsident, namenlose Personen aus einem "dunklen Schatten" würden seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden kontrollieren. Biden sei die Marionette von "Leuten, von denen Sie noch nie gehört haben, Leuten, die im dunklen Schatten stehen", sagte Trump, während er mit Ingraham über die Ausschreitungen im Rahmen der Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus im Land sprach.

"Was bedeutet das? Das klingt wie eine Verschwörungstheorie", entgegnete die Moderatorin und bat den Präsidenten, die Vorwürfe zu erklären.

"Nein, es sind Leute, von denen Sie noch nie gehört haben", insisitierte Trump ohne irgendwelche Belege oder Einzelheiten zu liefern. "Es sind Leute, die auf der Straße sind. Es sind Leute, die die Straßen kontrollieren."

Dann berichtete er von einem angeblichen geheimen Komplott zur Störung des Nominierungskonvents seiner republikanischen Partei in der vergangenen Woche: "Wir hatten jemand, der aus einer bestimmten Stadt ins Flugzeug gestiegen ist, um zu dem Parteitag nach Washington zu fliegen, erzählt Trump. "Und im Flugzeug, es war fast vollständig mit Schlägern beladen, die diese dunklen Uniformen trugen, schwarze Uniformen, mit Ausrüstung und diesem und jenem. Sie waren in einem Flugzeug."

Den Namen der Stadt, aus der die Maschine gekommen sein soll, wollte Trump auf Nachfrage von Ingraham nicht nennen. "Das werde ich Ihnen irgendwann erzählen", antwortete der 74-Jährige, "aber es wird jetzt gerade untersucht". Dann fügte er hinzu: "Viele der Menschen waren im Flugzeug, um großen Schaden anzurichten. Das alles geschieht."

Trump: Schüsse auf Blake wie Fehlschlag beim Golf

Den weißen Polizisten, der den 29-jährigen Jacob Blake am 23. August in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin durch sieben Schüsse in den Rücken schwer verletzt hat, verglich Trump mit einem Golfspieler, der das Loch verfehlt hat. Die Polizei befinde sich "im Belagerungszustand" verteidigte der Präsident die Ordnungshüter. "Sie können 10.000 großartige Taten vollbringen, was sie auch tun, und ein fauler Apfel ... . Oder ein 'Choker'. Ein 'Choker', wissen Sie."

"Choker" nennt man im Golfsport einen schlechten Schlag, der dadurch verursacht wird, dass ein Spieler dem Druck des Augenblicks nicht gewachsen ist.

"Auf den Kerl zu schießen, dem Kerl viele Male in den Rücken zu schießen", sinniert Trump. "Ich meine, hätten sie nicht etwas anderes tun können? Hätten Sie nicht mit ihm kämpfen können?" Doch dann hätte Blake vielleicht nach einer Waffe greifen können, spekuliert der Präsident und fährt fort: "Aber sie 'chocken'. Wie bei einem Golfturnier verpassen sie einen Ein-Meter-Putt."

Ingraham versucht noch, die Aussage des Präsidenten geradezurücken: "Sie vergleichen es nicht mit Golf. Denn das ist es, was die Medien natürlich sagen werden", gibt sie ihm die Chance auf eine Klarstellung. 

Doch Trump legt nach:

"Ich sage, Menschen 'chocken', wiederholte Trump.

“Menschen geraten in Panik”, versuchte Ingraham ihn zu korrigieren.

"Menschen 'chocken'", wiederholte Trump. Man könne 15 Jahre lang Polizist sein und plötzlich werde man mit einer derartigen Situtaion konfrontiert. "Sie haben eine Viertelsekunde Zeit, um eine Entscheidung zu treffen. Wenn du keine Entscheidung triffst und dich irrst, bist du tot. Menschen 'chocken' unter diesen Umständen und treffen eine schlechte Entscheidung."

"Black Lives Matter ist eine marxistische Organisation"

Auch zu den Unruhen in einigen US-Städten verbreitete Trump in dem Interview völlig unbelegte Behauptungen: So sagte der Präsident beispielsweise, dass "Portland seit vielen Jahren brennt, seit Jahrzehnten brennt es" und erklärte wiederholt, dass die Demonstranten dort Bürgermeister Ted Wheeler töten wollten.

Finanziert würden Protestgruppen wie Black Lives Matter von "einigen sehr dummen reichen Leuten", sagte Trump. Diese Leute hätten keine Ahnung davon, dass sie "den Wölfen zum Fraß vorgeworfen werden, wie Sie es noch nie zuvor gesehen haben, wenn ihre Sache jemals Erfolg haben sollte - was sie nicht wird."

Die Menschen, die die Proteste finanzierten, würden "gestürzt" werden, behauptete Trump. "Ihr Leben wird ihnen weggenommen, ihr Leben ist in Gefahr. Sie werden alle weg sein. Das sind nur dumme, törichte Leute, die viel Geld verdient haben. [...] Black Lives Matter ist eine marxistische Organisation."

US-Unternehmen wie Google, Microsoft, Nike, Amazon und Apple hatten angesichts der Demonstrationen im Land angekündigt, für Black Lives Matter und andere Organisationen, die für soziale Gerechtigkeit und gegen Rassismus eintreten, zu spenden.

Quellen: Fox News, "Politico", CNS News"Huffington Post" 1, "Huffington Post" 2,


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