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Draufgänger oder Versager?: Vier Szenarien für die Donald-Trump-Präsidentschaft

Alle schauen mit Argusaugen auf den politischen Neuling Donald Trump. Wie verhält er sich? Wer begleitet ihn? Was für ein Präsident wird er sein? US-Experten glauben es schon zu wissen.

Donald Trump zeigt mit dem Finger Richtung Kamera - Vier Szenarien zeigen, wie er als Präsident sein könnte

Wie wird Donald Trump als Präsident sein? Das Brookings-Institut in Washington hat auf diese Frage vier Antworten.

Noch herrscht großes Rätselraten darüber, wie der politische Neuling Donald Trump als US-Präsident agieren wird. Das Brookings-Institut in Washington, eine Denkfabrik, die sich selbst als "unabhängige Organisation für Forschung, Bildung und Publikation mit Fokus auf öffentliche Politik in den Gebieten Wirtschaft, Auslandspolitik und Staatsführung" sieht, hat vier Szenarien vorgestellt.

Der traditionelle Republikaner

Trump könnte die administrative Arbeit Vize Mike Pence, Stabschef Reince Priebus und dem Sprecher des Abgeordnetenhauses Paul Ryan übertragen, schreibt Politikwissenschaftler Darrell West für Brookings. Pence wäre dann eine Art Premierminister. In diesem Szenario wäre Trump am meisten auf dem Kurs klassischer Republikaner.

Der populistische Draufgänger

Trump als Anwalt des kleinen Mannes und aller "Vergessenen", durchaus auch in Zusammenarbeit mit den US-Demokraten - so sieht Szenario zwei aus. In diesem Bild würde Trump die Republikaner inhaltlich sehr stark verändern. Als ein solcher Reformer sehe sich Trump selbst wohl am liebsten, meint West.

Der gescheiterte Präsident

Mit historisch niedrigen Zustimmungswerten ins Weiße Haus gekommen, könnte es für Trump in diesem Szenario rasch eng werden. Machtmissbrauch, ein Skandal, ein Gerichtsurteil oder Inkompetenz könnten ihn scheitern lassen. Je mehr Großveranstaltungen Trump auch als Präsident veranstalten werde, meint West, desto wahrscheinlicher sei diese Möglichkeit: Jubel organisierter Menschenmassen als öffentliches Gegengewicht zu inhaltlicher Kritik.

Der autoritäre Führer

In dieser düstersten Möglichkeit aus der Brookings-Analyse rüstet Trump wegen gewalttätiger Proteste die Polizei auf, nimmt jeder Opposition die Luft und setzt seine aggressive Linie via soziale Medien fort - begleitet von zersetzenden Kampagnen seines Chefstrategen Stephen Bannon. Man könne das nicht ausschließen, schreibt West, habe Trump doch im Wahlkampf eine gewisse Begeisterung für das Verhalten von Machthabern erkennen lassen.


dho/DPA