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"You've Been Trumped Too" Jahrelang versuchte Trump, einen Film über ihn zu verhindern – jetzt wird er veröffentlicht

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump will im November wiedergewählt werden
© Jim Watson / AFP
Gut drei Monate vor der Wahl in den USA erscheint ein Dokufilm, der ein schlechtes Licht auf US-Präsident Donald Trump wirft. Es geht um den Bau einer Golfanlage in Schottland. Jahrelang hatte Trump mit Klagedrohungen die Veröffentlichung verhindert.

Als US-Präsident steht Donald Trump täglich in den Schlagzeilen. Doch schon vor seiner Zeit im Weißen Haus sorgte Trump für Kontroversen. Ein Dokumentarfilm, der jetzt veröffentlicht werden soll, greift einige  fragwürdige Geschäftspraktiken des Milliardärs und Unternehmers auf. Der Film "You've Been Trumped Too" des britischen Regisseurs Anthony Baxter wurde bereits 2012 gedreht, war bisher aber nur einmal im britischen Fernsehen zu sehen. 

Jahrelang haben Donald Trump und seine Anwälte in einem Rechtsstreit die Veröffentlichung des Films auf Online-Plattformen und die Vorführung in Kinos verhindert. Ab dem 18. August soll die Doku weltweit auf verschiedenen Streaming-Diensten angeboten werden. Darin geht es um einen Streit zwischen dem Konzern von Donald Trump, der Trump Organization, und der 96-jährigen schottischen Witwe Molly Forbes beim Bau eines neuen Golfplatzes am Strand des Dorfs Balmedie.

Bewohner von der Wasserversorgung abgeschnitten

Der Film schließt an die Dokumentation "You've Been Trumped" aus dem Jahr 2011 an, in der Regisseur Baxter die Konflikte zwischen Trump und den Bewohnern zeigte. Einer der schwerwiegendsten Vorwürfe war, dass Trumps Konzern beim Bau des Golfkurses die Anwohner von der Wasserversorgung abgeschnitten hätte. Schon in dieser Dokumentation trat Molly Forbes auf: Sie lebte allein, durch die Bauaktivitäten hatte sie keinen Zugang zu fließendem Wasser mehr.

Der neue Film, den Baxter 2016 kurz vor der Wahl Trumps zum Präsidenten fertigstellte, zeigt, dass sich dieser Zustand in der Zwischenzeit nicht geändert hatte. Die greise Witwe musste von ihrer Familie mit Wasser versorgt werden, berichteten englische Medien, nachdem der Film im Fernsehen Premiere gefeiert hatte. Forbes müsse immer wieder auch selbst mit einem Eimer Wasser aus einem nahegelegenen Fluss holen. Die Trump Organization übernahm, das wird im Film deutlich, keinerlei Verantwortung – im Gegenteil: Donald Trump ließ sich sogar zu öffentlichen Beleidigungen gegen die Bewohner hinreißen. Sein Konzern streitet alles Vorwürfe ab.

Trump droht mit Klagen

Nach der Erstausstrahlung durch die BBC verhinderte Trump jedoch, dass der Film weiter verbreitet wurde. Jedem, der den Film öffentlich zeigen wollte, drohte er eine Klage an. Regisseur Anthony Baxter berichtet in einem Beitrag für den "Guardian", dass daraufhin der Kinostart des Films in den USA abgesagt worden sei, sogar einige Online-Artikel zu dem Thema seien wieder gelöscht worden. Auch auf Twitter habe ihm Trump rechtliche Schritte angedroht, so Baxter.

Die Filmvertriebsfirma Journeyman Pictures will den Film jetzt dennoch auf den Markt bringen, berichtet der "Independent". Baxter sieht darin einen "wichtigen Meilenstein für die Meinungsfreiheit, unabhängiges Filmemachen und vor allem die Verantwortung der Mächtigen und Reichen". Die Dokumentation soll auf iTunes, Amazon, GooglePlay, Journeyman VOD und Vimeo zu sehen sein. 

Quellen: "Independent" / "Guardian" / "Independent"

epp

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