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Video der "New York Times" Unzensiert: So geht es auf Donald Trumps Wahlkampfevents zu

Er pöbelt, er hetzt, er lügt: Donald Trump setzt im Wahlkampf auf Feindbilder und Hassparolen. Das spiegelt sich auch bei seinen Anhängern wider, wie die "New York Times" in einem erschreckenden Video zeigt.

Am 16. Juni 2015 verkündete Donald Trump bei einem pompös inszenierten Auftritt in seinem New Yorker Trump Tower seine Bewerbung um das Amt des US-Präsidenten. Und gleich in seiner ersten Rede als Präsidentschaftsbewerber machte der Milliardär klar, in welchem Ton und mit welchen Inhalten er seine Kampagne führen wird: "Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und einige, nehme ich an, sind gute Menschen", hetzte Trump gegen mexikanische Einwanderer.

Mehr als ein Jahr ist seither vergangen und Trump hat genau so weitergemacht, wie er vergangenen Juni begann. Mit Beleidigungen seiner politischen Gegner, Pöbeleien gegen Frauen, Behinderte und Journalisten, Hetze gegen Muslime und Mexikaner und plumpen Parolen sicherte sich der Immobilienmogul die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei.

Fans von Donald Trump: "Hängt Hillary auf!"

Journalisten der "New York Times" haben Trump während dieser Zeit auf seinen Wahlkampfveranstaltungen begleitet und miterlebt, wie sich die Anhänger des möglichen künftigen US-Präsidenten verhalten: "Was uns auffiel war, wie häufig einige Trump-Unterstützer bei den Schimpfnamen, die sie rufen und singen, den Schildern, die sie tragen und den T-Shirts, die sie anhaben, eine vulgäre, hasserfüllte und sogar gewalttätige Sprache benutzen", berichten die Reporter Ashley Parker, Nick Corasaniti und Erica Berenstein in der Zeitung. Ein solches Verhaltensmuster hätten sie in Zusammenhang mit keinem anderen neueren politischen Kandidaten beobachtet, egal von welcher Partei.

Ein Video, das die "New York Times" auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat, verdeutlicht nach Angaben der Zeitung, was die Trump-Events von anderen politischen Zusammenkünften unterscheidet. Der Film ist den Autoren zufolge ein Zusammenschnitt aus eigenen Aufnahmen und dem Videomaterial anderer Beobachter, die manchmal näher an den Ereignissen gewesen seien.

Das Video ist auf englisch und auch mit englischen Untertiteln versehen. Deshalb hier einige der Parolen und Ausrufe der Trump-Anhänger in deutscher Übersetzung:

Über mexikanische Einwanderer:

"Baut eine Mauer - tötet sie alle!"

"Scheiß auf diese dreckigen Bohnenfresser."

"Schickt die Bastarde zurück!"

Über Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton:

"Hillary ist eine Hure."

"Tötet sie!"

"Hillary Clinton braucht ein Arschvoll."

"Hängt die Schlampe auf!"

Über Moslems

"Scheiß auf den Islam."

"Rede nicht über Amerika, wenn du Muslime unterstützt!"

Über US-Präsident Barack Obama:

"Scheiß auf den Nigger."

Auch ein "Sieg heil" ist in dem Video zu hören, dazu streckt der Rufer seinen rechten Arm zum Nazigruß aus. Protestierende werden unter Einsatz von Gewalt aus dem Saal geworfen und als "Schwuchtel" bezeichnet.

Nicht jeder, der eine Veranstaltung von Trump besuche, verhalte sich so, betonen die "New York Times"-Journalisten. Viele Anhänger zeigten gutes Benehmen. Aber während Gegendemonstranten häufig niedergebrüllt würden, zeige die Menge nur selten, dass sie auch die derben Slogans und wütenden Ausbrüche von Trump-Anhängern ablehne.

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