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US-Präsident Bericht: Wie Trump mitten in der Nacht andere Staatschefs aus dem Schlaf klingelt

Donald Trump greift spät in der Nacht gerne zum Hörer
Donald Trump greift spät in der Nacht gerne zum Hörer
© Carolyn Kaster/ / Picture Alliance
Donald Trump soll mit nächtlichem Telefonterror andere Staatschefs zur Weißglut treiben. Doch die können seine Gespräche nicht einfach ausschlagen. Besonders die Japaner knirschen offenbar schon mit den Zähnen.  

Donald Trump ist nicht gerade dafür bekannt, sich mit anderen Staatschefs abzusprechen. Im Gegenteil: Sollte doch einmal eine Einigung mit ihm zu Stande kommen, kann es gut sein, dass er sie wenige Stunden später wieder über Twitter kassiert. Bündnis-Partnern knallt er gerne auch schon einmal Strafzölle auf den Tisch. 

Trotz dieser Alleingänge zeigt der US-Präsident auch sein Mitteilungsbedürfnis. Das Magazin "Politico" will erfahren haben, dass Trump mitten in der Nacht bei anderen Staatschefs durchklingelt. Ob er von den unterschiedlichen Zeitzonen weiß, oder sie ihm schlicht egal sind, vermag der Magazin-Bericht nicht zu klären. Ein Mitarbeiter des Weißens Hauses sagt "Politico", Trump verstehe als ehemaliger Wirtschaftsboss und Jetsetter natürlich das Konzept der Zeitzonen, nähme auf solche Details nicht unbedingt Rücksicht.

Frankreichs Präsident zeigt Humor

Besonders an Japans Premier Shinzo Abe und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron scheint er einen Narren gefressen zu haben. In seinem ersten Jahr soll er Abe mehrmals mitten in der Nacht angerufen haben. Von Macron sei Trump auf "bizarre Weise" fasziniert, und habe den Drang, zum Hörer zu greifen. Der Franzose nehme es aber gelassen hin.

Trumps Manie versetzt seinen engsten Beraterstab immer wieder in Aufregung. Nicht nur, dass der Präsident gegen diplomatische Gepflogenheiten verstößt, er gehe auch unvorbereitet in die nächtlichen Anrufe. Besonders kritisch sei dies bei Japan, dessen Regierung durch Trumps Volten in der Handelspolitik zunehmend nervöser werde. Die japanischen Diplomaten seien schon gehörig angenervt. Offen gesagt hätten ihm die Japaner das aber nicht, um den Eklat zu vermeiden. Aus ähnlichen Gründen ließen auch andere Staatschef Trump am Hörer schwadronieren. Egal ob er mitten in der Nacht durchklingele.

Die Berater versuchen Donald Trump, zu bändigen

So gut es gehe versuchten seine Mitarbeiter ihm zu erklären, der Zeitpunkt für einen Anruf sei ungünstig. Sie seien dahinter her, einen Termin zu vereinbaren. Zumindest gegenüber "Politico" behaupten sie, sie könnten dem Präsidenten schwer den Wunsch ausschlagen, sich mit anderen Ländern abzustimmen. Zwar waren auch andere Präsidenten dafür bekannt, noch tief in der Nacht zum Hörer zu greifen. Doch jemand wie Bill Clinton tat dies eben um 2 Uhr Nachts Washingtoner-Zeit, berichtet ein ehemaliger Sekretär.

Offiziell kann das Weiße Haus Trumps nächtliches Gebaren nur Gutes abgewinnen. Der Präsident sei eben am regen Austausch mit anderen Staatschefs interessiert. Sie könnten ja ebenfalls bei ihm Tag und Nacht anklingeln.

sos

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