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TV-Show: Wie "Fox and Friends" weiterhin Trumps Agenda bestimmt - und die Redaktion das ausnutzt

Fox News ist eines der wenigen Medien, dem Donald Trump traut. Besonders die Sendung "Fox & Friends" gehört zur morgendlichen Routine des US-Präsidenten. Das wissen die Macher der Sendung - und sie wissen es zu nutzen.

Das Moderatoren-Team von "Fox & Friends" macht dem US-Präsidenten öfter Vorschläge - wie hier Pete Hegseth (r.) Trump den Shutdown vorschlägt

Das Moderatoren-Team von "Fox & Friends" macht dem US-Präsidenten öfter Vorschläge - wie hier Pete Hegseth (r.) Trump den Shutdown vorschlägt

Von den etablierten liberalen Medien hält US-Präsident Donald Trump nichts. Mit der "Washington Post" und der "New York Times" führt er eine Art Privatfehde. Immer wieder erneuert er seine These: Medien wie das Hauptstadtblatt,  die "New York Times", und der Sender CNN seien "Fake News" - und damit "Feinde des Volkes". Zuletzt führte ein eigentlich vertrauliches Gespräch zwischen Trump und dem Verleger der "New York Times", A. G. Sulzberger, zur öffentlichen Eskalation zwischen den beiden Männern. Trump sagt sogar via Twitter das Ende der beiden ihm verhassten Zeitungen voraus.

Aber in Trumps Welt sind nicht alle Medien "Fake News". Diejenigen, die ihm wohl gesonnen sind, sind von seiner Medienkritik ausgenommen - gerade zu Beginn seiner Präsidentschaft ist viel darüber berichtet worden, wie sehr ihn Breitbart oder Fox stützten. Während Breitbart eng mit Steve Bannons Schicksal verknüpft ist und seit dessen Abtritt aus dem Weißen Haus weiter die extrem Rechte in den USA befeuert, schickt sich Fox nach wie vor an, den Präsidenten zu umgarnen - und ihn zu beeinflussen.

Der TV-Sender Fox News weiß, dass Trump jeden Tag zuschaut. Im Speziellen reagiert Trump auf die politische Morgensendung "Fox & Friends". Regelmäßig dankt er den Machern der Sendung auf Twitter.

Schon häufiger ist darüber diskutiert worden, wie stark sich Trump auf die Sendung bezieht. So hat Matthew Gertz im Magazin "Politico" schon im Januar aufgeschrieben, wie sehr sich die Themen der Sendung in den Tweets von Donald Trump wiederfinden. Seitdem wird immer klarer, das zeigen auch aktuelle Beispiele: "Fox & Friends" setzt die Themen und der US-Präsident reagiert und greift sie auf. 

Das ist der Redaktion von "Fox & Friends" nicht entgangen. Die Moderatorinnen und Moderatoren haben damit begonnen, in der Sendung direkte Appelle an den US-Präsidenten zu richten. Wie das genau funktioniert, erklärt unter anderem "Vox" in einem Video (ab Min. 3:04). Es passiert nicht selten, dass Leute wie der Rechtsexperte von "Fox & Friends", Andrew Napolitano, direkt in die Kamera gewandt Dinge sagen wie: "Mister President, das ist nicht der richtige Weg."  

Ein aktuelles Beispiel betrifft den seit langem umstrittenen Mauerbau an der Grenze zu Mexiko. Im Mai hatte Trump mit einem Shutdown - also dem Einfrieren sämtlicher Staatsausgaben bis hin zu Beamtengehältern - gedroht, sollte das Geld für die Grenzmauer nicht vom Kongress genehmigt werden. Am 29. Juli hat "Fox & Friends"-Moderator Pete Hegseth Trump an diese Drohung erinnert, berichtet "Media Matters for America": "Wenn Sie auf die Umfragewerte schauen, liegt Trump bei 64 Prozent Zustimmung und der durchschnittliche Republikaner bei 20 Prozent. Trotzdem sagen sie 'Nö' zur Grenzmauer. 'Wir können der Mauer nicht wirklich zustimmen, wir kriegen die Finanzierung nicht zustande.'", sagt Hegseth. "Es sind ein paar Milliarden Dollar. Wir haben Milliarden für dies und für das, dem die Republikaner nicht zugestimmt haben. Aber wir kriegen die Grenzmauer nicht finanziert?" Wenige Sätze später wendet er sich dann endgültig an Trump: "Ich denke, es wäre klug vom Präsidenten, noch einmal über den Shutdown nachzudenken, sollten sie der Grenzmauer nicht zustimmen."

Wenig später twittert Trump: "Ich wäre bereit, einen Shutdown zu verhängen, wenn die Demokraten uns nicht die Stimmen für die Grenzsicherung - inklusive der Mauer - geben."

Und so bestimmt anscheinend "Fox & Friends" die Tagesordnung im Weißen Haus. Ein ehemaliger Mitarbeiter berichtete dem Magazin "Politico" über Trump: "Er kommt runter und was auch immer er bei 'Fox & Friends' gesehen hat: Darüber setzt er dann Besprechungen an."

Gingrich gibt Trump via Fox Tipps

Am Montag hat der erzkonservative Republikaner Newt Gingrich "Fox & Friends" ein Interview gegeben. Dabei hat er auch Trump Tipps gegeben, wie er den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko durchsetzen könnte: "Er muss das mit illegalen Kriminellen in Verbindung bringen. (...) Ich meine: Suchen sie im Land nach Fällen, bei denen Leute ermordet wurden, bei denen Leute gefoltert wurden, bei denen Leute vergewaltigt wurden."

Am Dienstag twittert Trump: "Ein Grund, warum wir die große Grenzsicherung brauchen, ist, dass die Mordrate in Mexiko 2017 um 27 Prozent auf 31.174 Mordopfer gestiegen ist - ein Rekord!"

Die Redaktion von "Fox & Friends" hat also genug Einfluss, Themen auf die Agenda des US-Präsidenten zu setzen und nutzt ihn auch. Das ist umso bedenklicher, wenn man sich eine aktuelle Umfrage von "CBS News" vor Augen führt. Demnach trauen von Trumps treuesten Anhängern nur 11 Prozent den "Mainstream"-Medien akkurate Information zu. 63 Prozent von ihnen trauen Familie und Freunden. Und 91 Prozent trauen Trump. Was aber, wenn der den Falschen vertraut?

Grenze zu Mexiko: Hey President Trump, darum sind Mauern ein richtig alter Hut!