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Bruch mit Tradition: Trump ändert Pläne für Independence-Day-Feier – und schreibt sich selbst ins Programm

Der amerikanische Nationalfeiertag am 4. Juli ist normalerweise frei von Parteipolitik. Doch US-Präsident Donald Trump hat offenbar andere Pläne – und wünscht sich einen eigenen Auftritt mit großem Feuerwerk.

Donald Trump (hier mit einem Trikot der Boston Red Sox) wünscht sich am 4.Juli einen großen Auftritt

Donald Trump (hier mit einem Trikot der Boston Red Sox) wünscht sich am 4.Juli einen großen Auftritt

DPA

Der Unabhängigkeitstag am 4. Juli ist in den USA ein Tag voller Symbolik. Jahr für Jahr feiern die Amerikaner ihren Nationalfeiertag mit Paraden, Feuerwerk und patriotischen Liedern. Die wichtigste Feier findet traditionell auf der National Mall in Washington statt und eigentlich ist es gute Sitte, dass diese Bühne nicht für Parteipolitik genutzt wird.

Doch das könnte in diesem Jahr anders werden. Wie die "Washington Post" berichtet, hat US-Präsident Donald Trump die Planungen für die Feier an sich gerissen und erhebliche Änderungen verlangt. Bereits im Februar hatte Trump via Twitter ein "HOLD THE DATE!" verkündet. Man plane eine der größten Veranstaltungen in der Geschichte Washingtons. "Großes Feuerwerk, Unterhaltung und eine Rede von eurem Lieblingspräsidenten, mir!" 

Mehr Spektakel, mehr Trump

Nun berichtet die "Post", welche Pläne dem Präsidenten konkret vorschweben. Das Feuerwerk an der Mall, das seit Jahrzehnten Hunderttausende Besucher anzieht und live im Fernsehen übertragen wird, soll in den etwa eine Meile entfernten West Potomac Parc verlegt werden, wo Trumps neue Veranstaltung namens "A Salute to America" stattfinden soll. Dort sei auch eine zweite Bühne abseits des Kapitols geplant, auf der neben Trump auch Unterhaltungskünstler auftreten könnten.

Offiziell soll die Verlegung mehr Zuschauern die Gelegenheit geben, das Spektakel zu verfolgen. Kritiker befürchten dagegen, Trump werde versuchen, den eigentlich der nationalen Einheit gewidmeten Tag als Wahlkampfveranstaltung zu missbrauchen. Die demokratische Politikerin Betty McCollum erklärte, wenn der Präsidenten das Event für sich vereinnahme, werde die amerikanische Öffentlichkeit enttäuscht und wütend darüber sein.

Die Washington Post sieht in der veränderten Independence-Day-Feier bereits "den Höhepunkt eines zwei Jahre währenden Versuchs von Trump, ein großes patriotisches Event um sich und seine Unterstützer zu erschaffen", nachdem er zuvor mit dem Versuch gescheitert sei, eine Militärparade nach dem Vorbild Frankreichs auf die Beine zu stellen.

Wie viel die aufgeblasene Veranstaltung an Mehrkosten verschlingen wird, ist dem Bericht zufolge noch nicht bekannt.

Quellen: Washington Post / CNN 

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bak