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Regierungstreuer Sender: Donald Trump befürchtet angeblich, dass "Fox News" nicht mehr hinter ihm steht

"Was ist los bei 'Fox News?" Diese Frage beschäftigt offenbar gerade Donald Trump. In vertraulichen Gesprächen soll der US-Präsident die Befürchtung äußern, dass sein Leib- und Magensender nicht mehr hundertprozentig hinter ihm steht.

Donald Trump bei Fox News

Donald Trump mit Moderatorin Ainsley Earhardt in der Sendung "Fox and Friends"

DPA

Auf "Fox-News" war für Donald Trump immer Verlass. Vor allem Moderatoren wie Sean Hannity und Tucker Carlson sind treue Freunde des US-Präsidenten. Hannity soll sogar so oft mit Trump telefonieren, dass er im Weißen Haus "Schatten-Stabschef" genannt wird. Der überaus erfolgreiche wie erzkonservative TV-Sender war einer, wenn nicht der maßgebliche Steigbügelhalter für Trumps Wahl zum Staatsoberhaupt. Doch wenn die Gerüchte stimmen, dann scheint sich die Liebesaffäre abzukühlen. "Was zum Teufel ist los bei 'Fox-News'", soll der US-Präsident seine Freunde und Berater zuletzt mehrfach besorgt gefragt haben.

Donald Trump soll "Fox"-Mitarbeiter mit Frage gelöchert haben

Die US-Seite "Daily Beast" will von drei Menschen wissen, die in den vergangenen vier Wochen unabhängig voneinander mit Trump über den Sender gesprochen haben. Außerdem, so "Daily Beast", soll der Präsident "Fox"-Mitarbeiter mit dieser Frage gelöchert haben, unter anderem auch seinen Leib- und Magenmoderator Sean Hannity. Mutmaßlicher Grund für die Sorge: Trump soll sich von den Machern des TV-Senders "unfair" behandelt fühlen. Dabei sei er doch "gut" zu ihnen gewesen, so die ungenannten Quellen.

Fox News Reporter

Öffentlich meckert der US-Präsident nur selten über "Fox-News", zuletzt vor einigen Tagen, als er sich auf Twitter über die schlechten Umfragewerte beklagte. "Jetzt liege ich bei den neuen Fox-Umfragen, die für mich immer fürchterlich waren (ihnen zufolge hätte ich deutlichst gegen die betrügerische Hillary verloren) sogar hinter Sleepy Joe"(demokratischer Präsidentschaftsbewerber Joe Biden, d. Red.). Wie in so gut wie allen Umfragen, sind (und waren) Trumps Beliebtheitswerte selbst bei "Fox News" immer eher mau. Derzeit liegt die Zustimmungsrate des US-Präsidenten dort bei 46 Prozent, was etwas besser ist als im Umfragen-Schnitt, der auf 44,2 Prozent kommt.

"Fox" zeigt Sanders, den Held der Linken

Im April zeigte sich der Präsident von "seinem" Sender enttäuscht, als der sich ausführlich einem Wahlkampfauftritt von Bernie Sanders widmete – Held der Linken Amerikas und Erzfeind Trumps. Konkret ging es um eine Befragung des Publikums, das mehrheitlich für eine staatliche Krankenversicherung votierte, die Donald Trump und "Fox" erbittert zu verhindern versuchen. Zudem beklagte sich der Präsident darüber, dass seine Anhänger von "Fox" ausgesperrt wurden. "Viele Beschwerden, weil sie nicht reingelassen wurden – voll mit Bernie-Unterstützern. Was war da los, 'Fox News'?", schrieb er damals.

Obwohl "Fox News" in Gänze weiterhin und vollumfänglich hinter dem US-Präsidenten steht, macht der sich Gedanken um die Führung des Senders. Während Medienunternehmer und Senderinhaber Rupert Murdoch im regelmäßigen Austausch mit Trump steht, misstraut der Präsident dessen Söhnen. Speziell James Murdoch, den Vorstand des Mutterunternehmens 21thCenturyFox, zu dessen Töchterfirmen "Fox News" gehört sowie in Europa der Pay-TV-Sender Sky. Die Murdoch-Kinder könnten, so die Befürchtung des US-Präsidenten, "zu liberal" sein.

Quellen: "The Daily Beast", "Fox News", Donald Trump auf Twitter, Realclearpolitics