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Nach Schulschießerei: Donald Trump macht Schritt auf Waffengegner zu - einen winzigen Schritt

Seit Donald Trump US-Präsident ist, steht er hinter der Waffenlobby. Möglicherweise leitet die Schulschießerei in Florida ein Umdenken bei ihm ein: Erstmals stellt Trump minimale Zugeständnisse an die Waffenkritiker in Aussicht.

Donald Trump und Rick Scott, Gouverneur von Florida

Donald Trump und Rick Scott, Gouverneur von Florida

AFP

Im Nachgang des Schulmassakers von Parkland, Florida bringt Donald Trump eine neue Wende ins Spiel: Er kündigte Gesprächsbereitschaft bei der Frage an, ob die Waffengesetze strikter gefasst werden sollen. Allerdings sind bisher seitens der republikanisch geführten Regierung nur kleine Schritte in der Debatte. So will der US-Präsident notfalls eigenmächtig "Bump Stocks" verbieten - Vorrichtungen, die eine halbautomatische Waffe de facto zu einer Maschinenpistole mit Dauerfeuer machen. Maschinenpistolen selbst sind in den USA für den privaten Gebrauch verboten. Bump Stocks hatten bei dem Massaker von Las Vegas im vergangenen Jahr eine Rolle gespielt, nicht aber in Florida.

 Donald Trump: "Fürchtet euch nicht vor der NRA"

Ferner will Trump über eine Heraufsetzung des Mindestalters für Schusswaffenbesitz und über den Zugang von psychisch Kranken zu Waffen reden. Der Präsident selbst hatte zu Beginn seiner Amtszeit im Zuge seiner Deregulierungswelle die Waffengesetzgebung gelockert. Allerdings sind die Gesetze der einzelnen Staaten in der Waffenfrage entscheidender als die des Bundes.


Trump erklärte bei einem Auftritt vor Gouverneuren, der Waffenlobby NRA dürfe man nicht alles durchgehen lassen, es gebe aber auch keinen Grund, sich vor ihr zu fürchten. "Sie sind auf unserer Seite", sagte er. "Sie tun das, wovon sie glauben, dass es das Richtige ist."

Trump wäre in die Schule gegangen

Kritik übte Trump hingegen an einem bewaffneten Hilfspolizisten, der während des Massakers die Schule nicht betreten hatte. Der sowohl von Trump als auch seit Tagen in sozialen Netzwerken beschimpfte Polizist verteidigte sich. Ein Anwalt teilte mit, für seinen Mandanten habe es sich angehört, als würden die Schüsse vor dem Gebäude und nicht in der Schule fallen. Der erste Anruf, den sein Mandant erhalten habe, habe von Feuerwerkskörpern vor einem Gebäude der Schule gesprochen, nicht von Gewehrfeuer. Der Polizist wünsche sich nichts mehr, als die 17 Leben gerettet zu haben, heißt es in der von US-Medien veröffentlichten Erklärung. Er sei aber kein Feigling. Einen solchen hatte ihn Trump mehrfach genannt.

Angesprochen auf den Hilfspolizisten sagte der US-Präsident, sagte er, nach eigener Einschätzung hätte er selbst sich dem Attentäter auch unbewaffnet entgegengestellt. "Ich glaube wirklich, dass ich da reingerannt wäre, auch wenn ich keine Waffe gehabt hätte", sagte er im Weißen Haus.


nik / DPA