HOME

Weltwirtschaftsforum in Davos: Donald Trump maßregelt Greta Thunberg und neidet ihr ein wenig die "Time"-Auszeichnung

Ob das auf Gegenseitigkeit beruht? Donald Trump hätte in Davos gerne Greta Thunberg getroffen. Doch auch ohne persönlichen Austausch hat er eine Ansage an sie: Die Klimaaktivistin solle sich doch bitte auf andere Länder als die USA fokussieren.

US-Präsident Donald Trump und die Klimaaktivistin Greta Thunberg

An Klimaaktivistin Greta Thunberg arbeitet sich US-Präsident Donald Trump gerne ab

AFP / Getty Images

Sie sind jeder auf seine Art, so etwas wie die Stargäste in Davos: US-Präsident Donald Trump und Klimaaktivistin Greta Thunberg. Und nicht zum ersten Mal beharken sie einander. Vor allem der mächtigste Mann der Welt arbeitete sich erneut an der 17-Jährigen ab. Am Rande des Weltwirtschaftsforums sagte er, Thunberg solle andere Länder anstelle der Vereinigten Staaten in den Fokus nehmen. Die USA seien "sauber und schön", sagte Trump Journalisten. Aber es gebe einen anderen Kontinent, "wo so viel Rauch aufsteigt, dass man es kaum glauben kann", sagte Trump - ohne dabei Asien, China oder Indien namentlich zu nennen. "Greta sollte anfangen, sich um diese Länder zu kümmern."

Trump: "Hätte Greta gerne getroffen"

Als Trump nach Greta Thunberg gefragt wurde, stellte er zunächst eine Gegenfrage: "Wie alt ist sie?" Trump behauptete dann, er hätte die 17-Jährige gerne in Davos getroffen. "Sie hat mich auf dem 'Time'-Magazin ausgestochen", sagte er. "Time" hatte Thunberg zur "Person des Jahres 2019" gekürt. Trump hatte das auf Twitter damals als "lächerlich" abgetan. Ob Trump für die "Time"-Redaktion überhaupt als Person des Jahres in Betracht gekommen war, ist unklar. Zum bislang einzigen Mal wurde er 2016 nach seiner Wahl zum US-Präsidenten auf diese Weise ausgezeichnet.

US-Präsident Donald Trump und die Klimaaktivistin Greta Thunberg

An Klimaaktivistin Greta Thunberg arbeitet sich US-Präsident Donald Trump gerne ab

AFP / Getty Images

Über den Klimawandel, einer der Schwerpunktthemen in Davos, sagte er weiter, dass manche Aspekte der Debatte seiner Meinung nach extrem übertrieben seien. "Manche Leute gehen von so einem Ausmaß aus, dass es so unrealistisch ist, dass man sein Leben gar nicht mehr leben kann", so Trump. Er sorge sich auch um die Umwelt: "Wir wollen das sauberste Wasser auf der Welt, wir wollen die sauberste Luft auf der Welt." In seiner Rede hatte er erklärt, anstatt Schwarzmalerei brauche es Optimismus und Zukunft in Technik und Forschung, um solche globale Herausforderungen zu meistern. 

"Impeachment ist ein großer Schwindel"

Auch der US-Sender CNBC hatte auf dem Weltwirtschaftsforum die Gelegenheit, ein längeres Gespräch mit dem US-Präsidenten zu führen. Als Interviewer stand der Trump-freundliche Joe Kernen bereit, der den Staatschef entsprechend mit Samthandschuhen anfasste. CNBC gegenüber äußerte sich Trump erstmals über das nun gestartete Impeachment in der Heimat Washington. Ein wenig von dem Verfahren konnte er im Fernsehen verfolgen. "Es ist ein Schwindel, ein totaler Schwindel", so Trump. Lob hatte er für sein Verteidigerteam übrig. Es sei sehr gut, alles spreche für seine Seite. Auf die Frage, ob er glaube, dass weitere Zeugen aussagen werden (was die Republikaner ablehnen), meinte Trump: "Ich weiß es nicht, aber wenn alle die Wahrheit sagen, ist es perfekt."

Auch zum Präsidentschaftswahlkampf und seinen möglichen Konkurrenten bei der demokratischen Thema hat Trump eine Meinung. Über den Finanzunternehmer und Multi-Milliardär Michael Bloomberg sagte er: "Wir waren mal Freunde bis er in die Politik ging. Sie sollten mal sehen, welche netten Dinge er früher über mich gesagt hat. Mit seinem Geld macht Mini Mike nur die TV-Sender reich, aber er hat keine Chance." Aber auch Crazy Bernie (Bernie Sanders) könne Kandidat der Demokraten werden, so Trump. "Ich weiß es nicht, aber ich bin bereit."

nik mit DPA