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Mitten im Interview: Trump rügt seinen Stabschef. Sein Vergehen: Er hat gehustet

Wenn der US-Präsident spricht, dann haben seine Mitarbeiter Sendepause – so jedenfalls der Eindruck, den Donald Trump in einem Interview erweckt. Offenbar reicht schon ein Husten, um negativ aufzufallen.

US-Präsident Donald Trump und Stabschef Mick Mulvaney

US-Präsident Donald Trump (M.) und Stabschef Mick Mulvaney (l.)

DPA

Es ist nicht überliefert, ob Mick Mulvaney seinen Chef subtil auf etwas hinweisen, womöglich sogar warnen wollte. Als Stabschef im Weißen Haus ist er theoretisch der wichtigste Berater des US-Präsidenten. Und dieser ging im Gespräch mit ABC News auf ein heikles Thema ein: seine Steuererklärung.

Donald Trump gibt sich bei seinen Finanzunterlagen bisher zugeknöpft; hält die Dokumente unter Verschluss – ein Novum für einen US-Präsidenten. Die US-Demokraten wollen das ändern (lesen Sie hier mehr dazu). Nun ließ Trump im Gespräch mit dem Sender durchblicken, wie "fantastisch" seine Steuererklärung eigentlich sei und er sich "an einem gewissen Punkt" vorstellen könne, dass die Papiere veröffentlicht werden. 

Auftritt Mick Mulvaney, ob freiwillig oder unfreiwillig: Der Stabschef des US-Präsidenten hustete, während sein Chef über diese "beeindruckenden" Dokumente sprach. Und wurde dafür prompt gerügt.  

Donald Trump: "Sie können nicht einfach husten"

"Lassen Sie uns das noch einmal machen", so Trump zum Reporter, "er hustet mitten in meiner Antwort." Er möge das einfach nicht, erklärte Trump und blickte dabei sichtbar irritiert drein. ABC News teilte den entsprechenden Ausschnitt des Gesprächs auf Twitter.

"Wenn Sie husten müssen, dann verlassen Sie bitte den Raum", sagte er an Stabschef Mulvaney gerichtet. "Sie können nicht einfach husten." Der Rüge folgte noch ein geradezu entsetztes Kopfschütteln, bis Trump den Reporter fragte: "Also, wollen Sie es noch einmal ein bisschen anders machen?" Der Kameramann wechselt die Einstellung und Trump setzt wieder über seine Steuererklärung an.

Trump bemüht sich um Klarstellung

Das Eins-zu-eins-Gespräch von ABC News mit dem US-Präsidenten hatte Schlagzeilen geschrieben. So würde Trump nach eigenem Bekunden im Wahlkampf Informationen von anderen Staaten über seine Rivalen annehmen, wie er dem US-Sender sagte (der stern berichtete).

Trump wurde für die Aussagen kritisiert, hochrangige Demokraten reagierten empört. Nach dem Sturm der Entrüstung bemühte sich Trump um Klarstellung. Im Fernsehinterview mit Fox News sagte er, sollten ihm aus dem Ausland belastende Informationen über einen Wahlrivalen angeboten werden, würde er "absolut" die Bundespolizei FBI darüber informieren. ABC News sagte er einen Tag zuvor, er würde sich "vielleicht" an das FBI wenden. 

Quellen: ABC News (Twitter), Mit Material der Nachrichtenagentur DPA

fs