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Donald Trump vs. Hillary Clinton Duell der Krankenakten - wie Trump jetzt seine Gesundheit inszeniert


Trump gegen Clinton ist der Kampf zweier der ältesten US-Präsidentschaftsbewerber. Die Frage lautet: Welche Wehwehchen plagen sie? Hillarys Krankenakte ist bereits geöffnet, nun legt Donald mit einem Check-up vor laufenden Kameras nach.

Sollte Donald Trump das nächste Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten werden, er wäre mit seinen 70 Jahren der älteste frisch gewählte Präsident aller Zeiten. In dem Alter lungern andere Menschen längst im Ruhestand herum, der umtriebige Immobilienunternehmer aber würde erst richtig anfangen zu arbeiten: mit 18 Stunden-Tagen, Dutzenden von Terminen und nicht enden wollender Reiserei. Dazu kommt die öffentliche Dauerbeobachtung, weil jede noch so kleine Entscheidung von enormer Tragweite sein kann. Man muss sich den US-Präsidenten als kraftstrotzenden, gesunden Menschen vorstellen.

Donald Trump fühlt sich wie 30

Er sei zwar 70, fühle sich aber so gut wie mit 30, sagte Donald Trump jüngst auf sein Alter angesprochen. Was sollte er auch anderes sagen, schließlich wollen die Amerikaner keinen Tattergreis im Weißen Haus sehen, der als oberster Befehlshaber im Alleingang über den Einsatz von Atomwaffen entscheiden kann. Und der Rest Welt erst Recht nicht. Wie gesund also muss ein US-Präsident sein? Darf er oder sie nach mitten in der Hochphase des anstrengenden Wahlkampf einfach so zusammenklappen, wie es Hillary Clinton vor ein paar Tagen passiert war? Sie hatte, nach ein paar faden Ausreden, eingestanden, an einer Lungenentzündung zu leiden. An sich keine allzu große Sache, wenn es da nicht seit Monaten die Gerüchte um ihren Gesundheitszustand gäbe.

Um das amerikanische Volk zu beruhigen, veröffentlichte sie nun ihre Krankenakte. Die Ärztin bescheinigte ihr darin eine gute Gesundheit, und die grundsätzliche Fitness für den zehrenden Höllenjob als US-Präsidentin. Natürlich. Zwei Seiten umfasst das Bulletin, darin heißt es unter anderem, ihre Blutwerte seien gut. Daneben hatte sie eine Gehirnerschütterung und Thrombosen, leide zudem unter einer Unterfunktion der Schilddrüse sowie unter saisonalen Allergien. Zu Beginn des Jahres hatte sie offenbar eine Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündung gehabt, die durch eine Drainage gelindert werden musste. Der folgende Scan des Hirns habe keine Auffälligkeiten ergeben. Ansonsten, wie gesagt, alles in bester Ordnung. Und Hillary Clinton ist ja auch schon 68 Jahre alt, sie wäre bei einem Amtsantritt das zweitälteste Staatsoberhaupt in der US-Geschichte.

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Das 1000-seitige Dossier fällt diesmal weg

So weit, so transparent. Wenn auch nicht so freizügig wie einst John McCain, der 2008 gegen Barack Obama antrat, und Journalisten damals stundenlang mit seinem 1000-seitigen Gesundheitsdossier traktierte. Mit der Veröffentlichung ihrer Krankenakte müsste die Demokratin ihrem Widersacher eigentlich den Wind aus den Segeln genommen haben. Der zweifelt schon seit langer Zeit an ihrer Fitness, orakelt nebulös von Problemen ohne irgendwelche Beweise anzuführen und tut dies auch nachdem Clinton Zeugnis abgelegt hat. Bei einer Wahlkampfrede in Ohio am Mittwoch rief er in die Menge: "Glaubt ihr, Hillary wäre in der Lage, eine Stunde lang hier oben zu stehen? Ich glaube nicht."

Ungewöhnlich still war bis dahin der sonst so lautsprecherische Republikaner, als bekannt wurde, dass Clinton an einer Lungenentzündung leide. Einige mutmaßten schon, das sei der neue Trump, der sich benimmt, wenn man sich benehmen muss. Jetzt in Ohio aber war sein Duelldurst aber wieder der alte. "Wir haben noch eine Kontrahentin übrig, und bei aller Fairness, sie liegt im Bett und erholt sich und das soll sie auch, denn wir wollen sie wieder zurück in der Spur haben, oder? Wir wollen sie wieder in der Spur haben!" Er sagte es voller Kampfeslust. Nur wenige Sätze zuvor erzählte Trump lautmalerisch, wie er seine 17 Mitbewerber in den Vorwahlen ausgeschaltet hatte: "Bumm, bumm, bumm."

Trumps Check-up vor Fernsehkameras:

Nachdem Clinton die Karten also auf den Tisch gelegt hat, wäre nun eigentlich Donald Trump an der Reihe, es ihr gleichzutun. Angekündigt hatte er den Schritt auch bereits, doch außer einer einzigen Seite mit absurden Lobhudeleien von seinem Leibarzt Harold Bornstein (die er in fünf Minuten heruntergerotzt hatte) und noch nicht viel von ihm gekommen. Das soll sich am Donnerstag ändern, wenn der Milliardär sein Check-up in seinem zweiten Zuhause, dem TV-Studio, vor Millionen von Menschen durchführen lässt. Behandelnder Arzt ist ein gewisser Mehmet Cengiz Öz, ein ebenso hochkarätiger wie umstrittener Herzchirurg, der in seiner landesweit bekannten "Dr. Oz -Show" den Präsidentschaftsbewerber ans Stethoskop bittet.

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Donald Trump würde gerne etwas abnehmen

Soviel ist nach der Sendungsaufzeichnung schon durchgesickert: Trump nimmt Cholesterinsenker und würde gerne 15 Pfund abnehmen. Wow. Ernsthafte medizinische Probleme wird Dr. Oz vermutlich ohnehin nicht feststellen - denn der Mann ist eingefleischter Anhänger der Republikaner.


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