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Nach Lungenentzündung: Die doppelte Hillary - hat Clinton eine Doppelgängerin?

Drehen die Amis nun vollends durch? Weil Hillary Clinton kurz nach ihrem Kollaps wieder aufgetreten war, mutmaßen Verschwörungstheoretiker, dass sich die US-Präsidentschaftskandidatin von einer Doppelgängerin vertreten lässt.

Hillary Clinton bei 9/11-Gedenkfeier

Ist sie's oder ist sie's nicht? Hillary Clinton, ziemlich sicher die echte, bei der 9/11-Gedenkfeier in New York

Hillary Clinton tat sich in der Vergangenheit öfter mal schwer mit der Wahrheit. Donald Trump nennt sie deswegen nur noch "crooked Hillary", unehrliche Hillary. Und fast 70 Prozent der amerikanischen Wähler sagen, die 68-Jährige sei nicht glaubwürdig. Notorische Betrügerin und Lügnerin, so wird sie auf Twitter und Co. millionenfach beschimpft. Viele Amerikaner trauen ihr inzwischen offensichtlich alles zu. Sogar, dass sie eine Doppelgängerin für sich auftreten lässt.

Erst wanken, dann winken

Ja, wirklich. Seit die 68-Jährige während einer 9/11-Gedenkfeier am Sonntag bedrohlich ins Wanken geriet, wird in den sozialen Netzwerken millionenfach diskutiert, ein "Body Double" sei an ihrer Stelle zwei Stunden später aus dem Apartment ihrer Tochter Chelsea in New York gekommen. Die Frau, die den wartenden Journalisten zugewinkt habe, sei in Wahrheit eine Schauspielerin gewesen, die ihr ähnlich sähe. Denn Clinton sei selbst zu krank für solche Auftritte. Einige stellen sogar die Frage: "Ist Hillary längst tot?" 

Schwächeanfall bei Gedenkfeier: Video zeigt Clintons Moment des Taumelns

Beweise für die irren Theorien? Keine. Nur Vermutungen und Spekulationen. Aber die sind zahlreich.

Hillary Clinton - 20 Pfund weg in zwei Stunden?

Twitter-Nutzer JamesABaade schreibt zu einem körnigen Vorher-Nachher-Bild: "Schaut euch die Hüften an. Sie kam zwei Stunden später 20 Pfund leichter raus." 


Ebenfalls anhand von Fotos analysiert GoldstarMomTX55: "Spitzere Nase. Dunkleres Haar. Anderer Scheitel. Pony auf der falschen Seite. Schmalere Backen."


Welche Frau wechselt denn ihre Taschenschulter?

Der Wahnsinn kennt keine Grenzen und verbreitet sich rasend schnell. Es wird geteilt und geliked wie verrückt. Keine Erklärung scheint zu absurd. So wird sogar die Frage, auf welcher Seite Hillary Clinton ihre Tasche trägt, zum Beweis gegen sie. Glade8r007 - Tarnname "The Brain", das Gehirn - fragt: "Wie viele Frauen in der Welt wechseln die Schulter, auf der sie ihre Handtasche tragen?" Dazu stellt er natürlich ein Foto von Clinton, auf der sie einmal die Tasche auf der linken und später auf der rechten Schulter hängen hat.


Auch die Größe von Hillary Clintons Fingern wird diskutiert. Denn, so die Mutmaßung, der Ringfinger der echten Hillary sei größer als ihr Zeigefinger. Ihre Doppelgängerin habe diese anatomische Besonderheit dagegen nicht. 

"Das war nicht Hillary"

Frei nach dem Motto, wenn ihr einen Dummen sucht, seid ihr bei mir richtig, folgert McShar1986 auf Twitter: "Die denken, wir Amerikaner sind blöd. Das war nicht Hillary." 

Befeuert wurde die absurde Diskussion vor allem von Trump-Anhängern. Wer für Hillary auf die Straße trat, ist ebenfalls schnell geklärt. So soll es sich bei der Doppelgängerin um die Schauspielerin Teresa Barnwell handeln:


Die selbst ernannte "Freidenkerin" aWorldofTruth weiß sogar schon, dass die 61-jährige Barnwell mit ihren Einsätzen für Hillary pro Monat Tausende Dollar verdient. Was zumindest halbwegs stimmt, denn im Juli taxierte die britische "Daily Mail" die Gagen als Clinton-Doppelgängerin auf 10.000 Dollar, Branwell ist seit 1993 hauptberufliches Clinton-Ebenbild, drei Jahre später haben sich Original und Kopie auch persönlich kennengelernt. 

Anteil hat auch Donald Trump

In der Nacht von Sonntag auf Montag sieht sich das mutmaßliche "Body Double" Teresa Barnwell genötigt, via Twitter zu den Gerüchten Stellung zu beziehen. "Ok, Leute beruhigt euch. Ich war in LA heute, den ganzen Tag." 

Amerika, wie konnte es nur so weit kommen? Großen Anteil daran hat Clintons Gegenkandidat Donald Trump. Über Monate streuten er und seine Anhänger Zweifel an der Gesundheit Clintons. Komplett ohne Beweise behauptete Trump immer wieder, Clinton sei "zu schwach und mental instabil", und hätte "zu wenig Energie", um vor großen Gruppen zu sprechen. Seine Kampagnenmanagerin Kellyanne Conway postete Videos von einer hustenden Clinton. 


Auf zahlreichen rechten und extrem konservativen Seiten heißt es, Clintons Herz sei zu schwach, um Stress auszuhalten. Das Klatschmagazin "National Enquirer" zweifelt schon seit Monaten offen an Hillarys Gesundheit. In dieser Woche veröffentlichte das Heft eine Titelgeschichte, in der behauptet wird, die 68-Jährige habe "Drei Schlaganfälle, Alzheimer und einen Leberschaden vom Alkohol". Daneben ein offensichtlich bearbeitetes Foto Clintons mit tiefen Augenringen. Belegt wird die Geschichte, mit Zitaten von "Vertrauten" und "Insidern".

Hillary Clinton National Enquire

Der "National Enquire" ist offenbar kein Freund Hillary Clintons - zu erkennen nicht nur am diffamierenden Titelbild, sondern auch unten, wo gefordert wird, die US-Präsidentschaftskandidatin gehöre ins Gefängnis ("Jail Clinton Now")


Das amerikanische Presserecht macht eine solche Aneinanderreihung von Verdächtigungen und Lügen möglich. Zitieren sie, können Zeitschriften wie der "National Enquirer" nahezu alles behaupten. Sogar wie vor ein paar Wochen, dass auch Bill Clinton so schwer an Alzheimer und Parkinson erkrankt sei, dass er kaum bis zum Wahltag überleben werde.

Gefährliche Krise für Hillary Clinton

13 Tage vor der ersten Debatte mit Donald Trump und 56 Tage vor der Wahl, ist all das eine gefährliche Krise für die Kandidatin der Demokraten. Andere vor ihr sind schon über weniger gestolpert. Clintons Lungenentzündung bestimmt derzeit auch die seriösen Nachrichten. Die Zweifel wachsen auch dort.

Clintons Kollaps:


Und ihr Ehemann Bill Clinton sorgte gestern Abend in einem Interview für nachhaltige Irritationen. Der ehemalige Präsident sagte, seine Frau sei häufig dehydriert und solche Beinahe-Zusammenbrüche seien schon öfter vorgekommen. Hillary Clinton versuchte später die Äußerungen ihres Mannes wieder zu relativieren. In einem Telefonat mit CNN sagte sie, sie könne sich an zwei Zwischenfälle dieser Art erinnern. Richtig überzeugend klang sie dabei nicht.

"Seit Urzeiten verbergen Frauen ihre Krankheiten"

Trotzdem gab es auf Twitter und Co. gestern aber auch eine zweite Welle. Vor allem Frauen zeigten sich solidarisch mit Hillary Clinton. Der Kollaps sei keine Schwäche, sondern ein Zeichen für weibliche Stärke, so der Tenor der Unterstützerinnen. Zum Beispiel schreibt Katie_Speak: "Hillary wollte nicht alle wegen ihrer Krankheit beunruhigen, so wie die meisten Frauen es seit Urzeiten tun, wenn sie krank sind."

Auch der eine oder andere Mann kam Hillary Clinton zur Hilfe. Der Moderator Bill Maher versprach ihr seine uneingeschränkte Unterstützung. Sein Kommentar zu ihrer Krankheit: "Lungenentzündung. Ich würde in diesem Rennen sogar für eine tote Hillary stimmen. Sie könnte die Patienten Null für die Beulenpest sein, immer noch besser als der orangerote Alptraum."