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Eisbad: Trumps Botschafter ist härter als Wladimir Putin

Wladimir Putin hat sich zum Epiphanias-Fest mal wieder oben ohne beim Eisbaden gezeigt. US-Botschafter Jon Huntsman zog jetzt nach - und bewies dabei deutlich mehr Härte als der russische Präsident.

US-Botschafter Jon Huntsman (l.) und Russlands Präsident Wladimir Putin beim Eisbaden

"Oben-ohne-Diplomatie": US-Botschafter Jon Huntsman (l.) und Russlands Präsident Wladimir Putin beim Eisbaden.

Es ist eine Tradition für Hartgesottene: Jedes Jahr nehmen Gläubige in Russland zum Epiphanias-Fest ein Bad in eisigem Wasser. Mit dem Ritual, das immer in der Nacht zum 19. Januar stattfindet, erinnert die orthodoxe Kirche an die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer. Orthodoxe Priester segnen bei dieser Gelegenheit Gewässer, Wasserläufe und Meere.

Immerhin 1,8 Millionen Eisbader zählte das Innenministerium in diesem Jahr. Einer von ihnen war Wladimir Putin. Russlands Präsident nutzt bekanntlich gern jede Gelegenheit, um seinen nackten Oberkörper zu zeigen. So stieg er denn auch vergangenen Freitag am Seligersee zwischen Moskau und St. Petersburg bei minus fünf Grad Celsius nur mit Badehose bekleidet in ein Eisloch.

Präsident Putin schummelt bei Eisbad

Putins "Mutprobe" in der Nähe des Nilow-Klosters fand selbstverständlich vor laufenden Kameras statt. Auf den Aufnahmen sieht man einen gut trainierten Präsidenten, der vom Kälteschock nicht sonderlich beeindruckt zu sein scheint - oder zumindest versucht, so zu wirken. Denn tatsächlich hatte der 65-Jährige es offenbar so eilig, sich wieder in seinen Lammfellmantel zu kuscheln, dass er die Regeln des Rituals brach.

Gemäß der orthodoxen Tradition müssen die Gläubigen drei Mal ins Wasser eintauchen - im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Putin tauchte aber zunächst nur einmal bis zum Kinn ein und wollte das Wasser dann wieder verlassen. Plötzlich besann er sich, hielt sich die Nase zu und tauchte ein zweites Mal unter, allerdings wiederum recht zögerlich und nur bis zu den Ohren.

US-Botschafter Huntsman zieht nach

Deutlich entschlossener ging da der amerikanische Botschafter in Russland, Jon Huntsman Jr., zu Werke. Der Gesandte von US-Präsident Donald Trump folgte am Sonntag Putins Beispiel und wagte sich mit nichts außer einer schwarzen Badehose und einer Armbanduhr am Leib in die Fluten des Flusses Istra. Auch Huntsman wurde von Kameras begleitet und die Aufnahmen beweisen: Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaates Utah ist nicht nur härter, sondern auch cooler als Russlands oberster Eisbader. Gemäß der orthodoxen Tradition tauchte Huntsman drei Mal hintereinander tief ins Wasser ein - ohne sich die Nase zuzuhalten.

Natürlich wollte Huntsman mit seiner Teilnahme an dem bitterkalten Ritual nicht den Chef im Kreml düpieren, sondern vielmehr das russisch-amerikanische Verhältnis erwärmen. Der 57-Jährige sprach nach dem Bad von einer "unvergesslichen Erfahrung". “Dies ermöglicht uns, Russlands großartige Kultur von Innen heraus besser kennenzulernen", sagte er laut "Salt Lake Tribune". Und zumindest beim russischen Nachrichtensender 360° kam die "Oben-ohne-Diplomatie" des Republikaners an. Sein Kommentar zu der Aktion: Huntsman zeigte "russischen Mut und englische Galanterie".


mad